Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 8 ° heiter

Navigation:
Pegida trifft auf breite Gegenwehr

Schwerin/Stralsund/Rostock Pegida trifft auf breite Gegenwehr

Demonstranten wollen zeigen, dass MV weltoffen und gastfreundlich ist.

Voriger Artikel
Beklemmend, spektakulär, überzeugend
Nächster Artikel
Gegenwind für Pegida an der Küste

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU)

Schwerin. Die islamkritische Pegida-Bewegung will heute erstmals auch in Mecklenburg-Vorpommern demonstrieren. Gegen die Aktionen in Schwerin und Stralsund hat sich aber breiter Widerstand formiert. Initiativen, Kirchen, Verbände und Politiker kündigten Gegendemonstrationen und Friedensgebete an. Repräsentative Gebäude, wie Schloss und Theater in Schwerin, sollen am Abend nicht angestrahlt werden, um den Anhängern des Pegida-Ablegers Mvgida (Mecklenburg-Vorpommern gegen die Islamisierung des Abendlandes) keine Kulissen zu bieten.

Den Behörden wurden von den Organisatoren aus beiden Lagern jeweils einige hundert Teilnehmer angekündigt. Unklar ist, welche Auswirkungen das Attentat auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ haben wird, bei dem mutmaßliche Islamisten in Paris zwölf Menschen erschossen.

Wie Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hatten auch andere Politiker und namhafte Vertreter des öffentlichen Lebens demonstrativ ihre Teilnahme an den Aktionen für ein weltoffenes Mecklenburg-Vorpommern angekündigt. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) will in Stralsund am Friedensgebet teilnehmen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass das Klima in unserem Land vergiftet wird“, hatte Sellering seine Teilnahme an der Schweriner Solidaritätsaktion für Flüchtlinge begründet.

Eine ebenfalls für heute in Rostock geplante Rogida-Aktion war ohne Angabe von Gründen abgesagt worden. Am vergangenen Montag hatten dort unter dem Motto „Willkommen im Abendland! Rostock für alle“ mehrere hundert Menschen für Offenheit und Toleranz demonstriert. Auch heute wollen Rostocker erneut gegen Intoleranz auf die Straße gehen.

Kritiker werfen den Initiatoren der Pegida-Bewegung Stimmungsmache gegen Ausländer vor, teilweise stark beeinflusst durch Rechtspopulisten und Rechtsextremisten. Jeder Bürger habe das Recht, seinen Unmut über politische Entscheidungen oder seine Ängste öffentlich kundzutun. Die islamkritische Pegida und deren Ableger seien jedoch nicht die geeignete Plattform dafür, diese zu artikulieren, erklärten der vorpommersche Bischof Hans-Jürgen Abromeit und die Pröpste Helga Ruch und Gerd Panknin in einer Erklärung.

Am Sonnabend demonstrierten in Dresden 35 000 Teilnehmer gegen Ausländerfeindlichkeit. Oberbürgermeisterin Helma Orosz und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (beide CDU) hatten zu der Kundgebung im Stadtzentrum aufgerufen.

 



OZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus MV aktuell
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.