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Phantechnikum droht Pleite: Land muss Geld zuschießen

Wismar Phantechnikum droht Pleite: Land muss Geld zuschießen

Das Technikmuseum in Wismar hat zu wenige Besucher und braucht mehr Geld.

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Kathrin Möller

Quelle: Frank Hormann

Wismar. Droht dem Phantechnikum in Wismar schon ein Jahr nach der Eröffnung die Pleite? Gerüchte um eine bevorstehende Insolvenz werden immer lauter. „Wir machen uns große Sorgen um die Zukunft des Museums“, sagt Dr. Steffen Stuth, Vorsitzender des Landesmuseumsverbandes.

Fakt ist: Das Phantechnikum hat im Jahr 2013 laut Bildungsministerium viel weniger eingenommen, als geplant. Grund: Die Besucherzahlen blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das „langfristig betriebswirksame Konzept“ sei von 75 000 Besuchern ausgegangen. Gekommen waren 2013 nur 47 000. Eine Insolvenz des Phantechnikums habe nur vermieden werden können, weil Stadt und Land ihre Zuschüsse erhöhten, teilt das Bildungsministerium mit. Beide finanzieren die Einrichtung, die durch die „Technisches Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern gemeinnützige Betriebsgesellschaft mbH“

betrieben wird, zu zwei Dritteln. Für dieses Jahr hat Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) den Landeszuschuss um 75 000 auf 250 000 Euro aufgestockt. Wismar schießt künftig 150 000 statt der bisherigen 100 000 Euro zu. Die Pleite scheint damit vorerst abgewendet.

Bildungsauftrag und die Geschichtsbewahrung könne kein Museum allein durch Eintrittsgelder finanzieren, erklärt Phantechnikum-Chefin Kathrin Möller. Bislang sei das Museum im Vergleich zu ähnlichen Einrichtungen ohnehin unterfinanziert gewesen. Von einer schlechten Auslastung könne aber keine Rede sein. „75 000 war eine Wunschzahl, die jedoch nicht auf realen Prognosen beruhte.“ Im Vergleich zur Ausstellung in Schwerin, wo die Schau bis 2012 beheimatet war, habe sich die Besucherzahl vervierfacht. „Wir haben mehr Gäste als Wismar Einwohner. Wenn es in Rostock einem Museum so ginge, würde es freudig in die Hände klatschen.“ Auch die Stadt Wismar ist mit der Resonanz zufrieden. Es brauche Zeit, bis sich das Museum etabliere, so ein Sprecher.

Es fehle an Werbung und guter Ausschilderung in der Stadt, beklagt Stuth. Um langfristig mehr Geld durch Besucher zu erwirtschaften, müsse zudem die Ausstellung noch interaktiver werden. Das ursprüngliche Konzept sei aus Kostengründen nicht vollends umgesetzt worden. Beim Ausbau zweier ausstehender Abteilungen müsse der Erlebnischarakter stärker im Fokus stehen. „Die Ausstellung ist modern“, kontert Möller. „Wir sind ein erfolgreiches Museum.“

Technikgeschichte auf 2500 Quadratmetern
10,2 Millionen Euro hat der Bau des Phantechnikums samt Ausstellung gekostet. 2012 war das Technische Landesmuseum von Schwerin nach Wismar umgezogen. Hier wurde es mit der Technikschau im Glashaus zum Phantechnikum vereint. Auf 2500 Quadratmetern zeigt es die Technikgeschichte des Landes.

 



Antje Bernstein

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Von Antje Bernstein

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