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MV aktuell Politik uneins im Kampf gegen Ärztemangel
Nachrichten MV aktuell Politik uneins im Kampf gegen Ärztemangel
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00:05 19.10.2017

Dunkle Prognosen: Mecklenburg-Vorpommern wird in den kommenden Jahren noch mehr leisten müssen, um die ärztliche Versorgung vor allem in ländlichen Regionen zu sichern. Die Zahl der fehlenden Hausärzte werde sich bis 2020 von derzeit 125 auf über 400 erhöhen, sagte Torsten Koplin (Linke) gestern im Landtag. Er warf der Landesregierung vor, das Thema schönzureden. Die Linke schlägt vor, mit der Gründung einer Medizinischen Hochschule die Ausbildung junger Ärzte selbst in die Hand zu nehmen. „Das vollmundig angekündigte Millionenprogramm zur Gewinnung von Ärzten im ländlichen Raum ist ein schlechter Witz“, so Koplin. Seine Rechnung: Gerade mal 14 Medizin-Studenten könnten 2018 mit einem Fördertopf des Wirtschaftsministeriums versorgt werden. Sie sollen über vier Jahre 300 Euro Zuschuss pro Monat erhalten, wenn sie sich als Ärzte an MV binden. Das Durchschnittsalter der Ärzte liege bei derzeit 54 Jahren. Viele werden in den kommenden Jahren ihre Praxen aufgeben.

Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) FOTO: SAUER/DPA

Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) wies Kritik zurück. Es sei gelungen, Stabilität bei der ärztlichen Versorgung zu erreichen. Alle 37 Krankenhäuser sollen bleiben. Glawe plädiert für eine engere Vernetzung von ambulanter und stationärer Versorgung. Es gelte, „neue Wege“ zu finden, etwa über Telemedizin. Durch die Überalterung der Bevölkerung sei „ein überdurchschnittlicher Behandlungs- und Pflegebedarf zu erwarten“. Laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV) fehlen derzeit landesweit 125 Hausärzte, Problemkinder sind die Regionen Güstrow und Parchim, wo 12,5 bzw. 10,5 Stellen frei sind. In und um Grimmen sind es 8,5, in Demmin 5,5, in Teterow 3,5. Dagegen mangele es kaum an Fachärzten: landesweit fünf Stellen unter Normalversorgung, darunter zwei HNO-Ärzte und ein Augenarzt.

Nutzen müsse die Politik die aktuelle Diskussion um eine Zulassungsbeschränkung zum Medizinstudium. Es könne nicht sein, dass bundesweit 40000 Bewerber auf 9000 Studienplätze kommen, parallel aber zunehmend die Hausärzte wegbrechen, sagte Sebastian Ehlers (CDU). Der Numerus Clausus an Hochschulen, der die Abiturnote zur Hürde für künftige Medizinstudenten macht, müsse überdacht werden. Ehlers:

„Auch jemand mit 2,0- oder 2,5-Abitur kann ein guter Arzt sein.“ Dem widersprach Gunter Jess (AfD): Es sei falsch, beim „intellektuellen Niveau von Medizinern“ Abstriche zu machen. Vielmehr müsse das gesamte Bildungssystem hinterfragt werden.

Die Linke wirft Glawe vor, kein Konzept für die ärztliche Versorgung zu haben. Beispiel Wolgast. Erst habe die Regierung Stationen geschlossen, dann – nach Protest – eine viel teurere Variante, eine Portalklinik, geschaffen. Laut Glawe sind seit 1990 mehr als zwei Milliarden Euro allein in die Krankenhäuser geflossen. Er regt Kommunen an, selbst Ärzte zu locken, etwa durch Zuschüsse für Praxen.

Ein Gesamtkonzept der Regierung zur medizinischen Versorgung im Land sei in Arbeit.

Linke scheitert erneut mit Vorstoß zum Wahlalter ab 16

Die Linksfraktion im Landtag hat erneut eine Niederlage für ihren Antrag kassiert, das Wahlalter zur Landtagswahl von 18 auf 16 Jahre herabzusetzen. SPD, CDU, AfD und BMV stimmten dagegen. Das Wahlalter 16 stand auch im Wahlprogramm der SPD. Sie will allerdings mit der CDU eine Volksbefragung dazu anstoßen, verankert im Koalitionsvertrag.

Die Linke hatte bereits im April 2016 ein geringeres Wahlalter gefordert. Bei Kommunalwahlen sei dies seit 15 Jahren möglich. Eine Volksbefragung sei unverbindlich, kritisierte Jacqueline Bernhardt.fp

Landtag bringt neuen Finanzausgleich mit Kommunen auf den Weg

Ab 2018 sollen Städte und Gemeinden jährlich rund 100 Millionen Euro mehr vom Land für ihre Aufgaben erhalten. Der Landtag diskutierte gestern erstmals einen Gesetzentwurf, ein Beschluss ist bis Dezember geplant. Kerninhalte: Mehr Geld erhalten Kommunen mit vielen Kindern und geringen Steuereinnahmen, für Altschulden werden 35 Millionen pro Jahr ausgereicht. SPD und CDU lobten das Paket. Die Linke sieht im Gesetzentwurf „eine Mogelpackung“, da Teile einer angekündigten Reform später folgen sollen.fp

Frank Pubantz

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