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06:30 18.01.2018
2 Quelle: Museum Klockenhagen
Rostock

Bäcker im Land schlagen Alarm: Die Zahl der Handwerksbetriebe hat sich in den letzten Jahren dramatisch verringert. Gab es 1990 landesweit noch 420 Bäcker, sind es heute noch 189. Vor allem der kleine Handwerksbetrieb wird zur bedrohten Art. Gründe seien Konkurrenzdruck durch große Ketten, fehlender Nachwuchs und ausbleibende Kunden.

„Es tut mir sehr weh, dass es sich in diese Richtung entwickelt“, erklärt Thomas Müller, Bäcker aus Ribnitz-Damgarten und Meister der Bäckerinnung in MV. Jedes Jahr gebe es etwa zehn Bäcker weniger im Land. Sie machten ihre Backstuben meist dicht, weil sie selbst zu alt sind und keinen Nachfolger finden. Gab es 2010 landesweit noch 230 Backbetriebe, waren es Ende 2017 schon 41 weniger. Landesinnungsmeister Müller nennt gleich einen ganzen Strauß von Gründen: fehlendes Interesse der Jugend am Beruf, Schule, die mehr auf Studium als auf Handwerk ziele, aber auch Kunden, die für Qualität nicht mehr Geld ausgeben wollten. Vielen reiche eben die Alternative aus der Tüte von der Tankstelle. „Discounter verdrängen spürbar die handwerklichen Unternehmen“, sagt Jens-Uwe Hopf, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern. Folge: Weniger Bäckereien hätten mehr Filialen.

Großes Problem sei der Fachkräftemangel. Mit Arbeitsbedingungen wie in Großbäckereien im Schichtbetrieb könne der kleine Meister nicht mithalten. „Wir brauchen etwas Unterstützung“, sagt Müller. Aus Politik und Kommunen. Mit dem Wirtschaftsministerium sei die Innung im Gespräch, um Zuwanderer in den Bäckerberuf zu locken. Idee: Wenn schon keine jungen Deutschen in die Backstube wollen, dann vielleicht Flüchtlinge aus dem Irak oder Syrien. „Ein Strohhalm“, so Müller. Sonst sei er sicher, dass in zehn Jahren nur noch halb so viele Bäcker da sind.

Das Wirtschaftsministerium sieht Chancen für kleine Bäckereien in Nischenangeboten wie Biowaren. Letztlich entschieden aber die Verbraucher, „wo Brot und Brötchen gekauft werden“, so ein Sprecher. Das Ministerium unterstütze die Zunft: durch Darlehen für Existenzgründung und Betriebsübernahme oder durch Boni bei Meisterabschlüssen.

Frank Pubantz

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