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Bischof: Das Private ist die neue Religion der Ostdeutschen

Schwerin/Hamburg Bischof: Das Private ist die neue Religion der Ostdeutschen

Die Religionsferne der großen Mehrheit der Ostdeutschen hat nach Worten des mecklenburgischen evangelischen Bischofs Andreas von Maltzahn eine besondere Betonung des Privaten zur Folge.

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Andreas von Maltzahn.

Quelle: Jens Büttner/archiv

Schwerin/Hamburg. Die Religionsferne der großen Mehrheit der Ostdeutschen hat nach Worten des mecklenburgischen evangelischen Bischofs Andreas von Maltzahn eine besondere Betonung des Privaten zur Folge. „Die neue „Religion“ der Ostdeutschen ist das zum Ideal erhobene Leben fürs Private, für das nahe Umfeld ihrer Existenz“, sagte von Maltzahn am Donnerstagabend in einem Vortrag in Hamburg laut vorab verbreiteter Mitteilung. Ihre Weltanschauung sei eine Art Wissenschaftsgläubigkeit, die sich auf Wissenschaftlichkeit berufe, aber über deren Deutungsanspruch weit hinausgehe.

Zu den vielfältigen Gründen für die Abwendung von Religion zähle im Osten, dass das Leben unter zwei Diktaturen mit antikirchlicher Ausrichtung Spuren hinterlassen habe. Konfessionslosigkeit habe sich dort für viele inzwischen über Generationen hinweg als Normalität vererbt. Im Westen habe die 68er-Bewegung den Lebensstil der Menschen dauerhaft beeinflusst und die Gleichgültigkeit gegenüber religiösen Fragen wachsen lassen. Darüber hinaus hätten die Kirchen in Deutschland aber auch selbst manches getan, wodurch ihre Glaubwürdigkeit beschädigt wurde. Als Beispiel nannte von Maltzahn Kriegspredigten und sexuelle Übergriffe kirchlicher Amtsträger.

In den Untersuchungen der Arbeitsstelle der Nordkirche „Kirche im Dialog“ sei deutlich geworden, dass drei Themen inhaltlich besonders bedeutsam seien für das Gespräch mit Menschen, die ohne Gott leben: Das Leben nach dem Tod, das Verhältnis von Naturwissenschaft und Glauben sowie - im Osten - die Frage nach der Güte Gottes angesichts der Ungerechtigkeiten der Welt. Knapp die Hälfte aller befragten Konfessionslosen schätze an der Kirche, dass man dort nicht perfekt sein muss, um angenommen zu werden.

dpa/mv

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