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Bombenserie erschüttert Bagdad

Bagdad Bombenserie erschüttert Bagdad

Mindestens 50 Tote. Zehn Jahre nach dem Irak-Krieg räumt Powell Fehler ein.

Bagdad. Bei einer Serie von Autobomben-Anschlägen in und um Bagdad sind gestern mindestens 60 Menschen getötet worden. Rund 100 weitere wurden verwundet, wie die örtliche Polizei mitteilte. Zu den ersten Anschläge sei es im morgendlichen Berufsverkehr gekommen, als unweit belebter Lebensmittelmärkte, Restaurants und Bushaltestellen etliche Sprengsätze gezündet worden seien. Ein Beamter im Innenministerium sprach von mindestens 15 Explosionen, die sich in mehrheitlich von Schiiten bewohnten Gegenden ereignet hätten. Über der Hauptstadt war eine schwarze Rauchwolke zu sehen. Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Allerdings trugen die Gewaltakte die Handschrift der Gruppe Islamischer Staat Irak, einem Ableger der Terrororganisation El Kaida. Erst am Sonntag hatte die Extremistengruppe die Verantwortung für einen Anschlag auf das irakische Verteidigungsministerium in der vergangenen Woche übernommen.

Zehn Jahre nach Beginn des Irakkrieges hat der frühere US-Außenminister Colin Powell indes Fehler der USA eingeräumt. „Man sollte einen Einmarsch zu Ende denken, die Folgen im Auge haben. Das haben die USA im Irak zu wenig getan“, sagte Powell. Der damalige Präsident George W. Bush habe vor dem Angriff auf Bagdad am 20. März 2003 einen Plan zur Stabilisierung des Landes gebilligt, an den sich das US-Verteidigungsministerium aber nicht gehalten habe, sagte Powell. Er hatte als Außenminister mit einer Rede vor den Vereinten Nationen die Welt auf den Irakkrieg eingeschworen, da Iraks Diktator Saddam Hussein angeblich Massenvernichtungswaffen herstelle. Als weiteren Grund für die Invasion nannten die USA Kontakte Saddams zu El Kaida. Später bezeichnete ein US-Untersuchungsausschuss die angeführten Motive als weitgehend haltlos.

Der Irak-Krieg war auch für Journalisten einer der blutigsten Kriege. Mindestens 150 Journalisten starben zwischen dem Beginn im März 2003 und dem Ende im Dezember 2011, wie die Organisation „Committee to Protect Journalists“ (CPJ) in New York mitteilte. Rund 85 Prozent der getöteten Journalisten seien Einheimische gewesen. Die Todesfälle im Irak übersteigen damit bei weitem Todesfälle von Reportern während anderer Kriege. Im Zweiten Weltkrieg kamen 68 Journalisten um, auf dem Balkan hatte es zwischen 1991 und 1995 demnach 36 Opfer gegeben.

OZ

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