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Debatte um Doku über Punkband „Feine-Sahne-Fischfilet“

Schwerin Debatte um Doku über Punkband „Feine-Sahne-Fischfilet“

Erst ihre Nennung im Verfassungsschutzbericht des Landes machte die Punkband „Feine-Sahne-Fischfilet“ so richtig populär. Nun ist die Gruppe von der Küste, die aus ihrer linken Haltung keinen Hehl macht und gegen Rechtsextremismus auftritt, erneut in der Diskussion.

Schwerin. Die staatliche Förderung einer Filmdokumentation über die Punkband „Feine-Sahne-Fischfilet“ hat eine heftige politische Debatte zwischen den Fraktionen im Schweriner Landtag ausgelöst. Kritik kam von der AfD, die eine Kleine Anfrage zur Filmförderung in Mecklenburg-Vorpommern an die Regierung gestellt hatte. Dabei kam heraus, dass der Film „Wildes Herz kennt keine Ruh“ mit 30 000 Euro bezuschusst wurde.

„Schon der Name und die Ankündigung der bisher noch nicht veröffentlichten Dokumentation zeigen, wo die Reise hingeht. Die extremistischen und polizeifeindlichen Äußerungen der Gruppe sollen verharmlosend in den gesellschaftlichen Kontext eingebettet werden“, erklärte der AfD-Abgeordnete Sandro Hersel. Mit Steuergeldern werde einer Gruppe ein Podium geboten, die Deutschland diffamiere und zu Gewalt gegen Polizisten aufrufe, sagte Hersel und bezog sich dabei auf Liedtexte der Gruppe, die 2012 im Verfassungsschutzbericht des Innenministeriums der linksextremen Szene zugeordnet worden war.

SPD und Linke wiesen die Kritik als haltlos zurück. Mutmaßungen der AfD, es gehe um staatliche Verniedlichung von Verfassungsfeinden seien „eine perfide Unterstellung und an Schamlosigkeit kaum zu überbieten“, sagte die SPD-Abgeordnete Nadine Julitz. Die Regiearbeit des Schauspielers Charly Hübner mit den Krawallen während des G20 Gipfels in Hamburg in Zusammenhang zu bringen, sei ein „dummdreister Versuch der AfD, Angst vor linkem Extremismus zu schüren“.

Peter Ritter von der Linksfraktion sieht in der Dokumentation über die Band und ihren Sänger Jan „Monchi“ Gorkow eine Würdigung der Musiker für ihren aktiven Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Homophobie. Ziel des Films sei es, der Diskrepanz zwischen dem politischen Engagement der Band und ihrer Nennung im Verfassungsschutzbericht des Landes nachzugehen.

„Feine-Sahne-Fischfilet“ hatte im August 2016 in Anklam mit dem Sänger Campino und dem Rapper Marteria ein Konzert vor rund 2000 Gästen „gegen Rechtsextremismus“ gegeben. Dafür hatte sich auch Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) mit einem Tweet bedankt, diesen nach Protesten aber wieder zurückgezogen.

dpa/mv

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