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Politik Diplom in MV hängt am seidenen Faden
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07:04 15.11.2016
Feierliche Immatrikulation an der Universität Rostock mit Rektor Prof. Wolfgang Schareck: Das Land Mecklenburg-Vorpommern will das Diplom als Abschluss stärken. Alle anderen Bundesländer sind dagegen. Quelle: Ove Arscholl
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Schwerin

Studenten in Mecklenburg-Vorpommern müssen in Zukunft womöglich mit einem Makel leben: Wer den Diplom-Abschluss an Hochschulen des Landes wählt, könnte anderswo Probleme mit der Akzeptanz bekommen. Hintergrund ist ein seit Monaten schwelender Streit zwischen MV und den 15 anderen Bundesländern. Das Schweriner Bildungsministerium will das Diplom parallel zum EU-weit vereinbarten Master-Abschluss gleichberechtigt zulassen – notfalls im Alleingang. „MV will mit dem Kopf durch die Wand“, erklärt ein Insider. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Februar, wonach die Länder sich eine gemeinsame gesetzliche Grundlage für die Qualitätsssicherung an Hochschulen schaffen müssen, laufen die Diskussionen heiß. Ein Staatsvertrag soll die Organisation der Studienzulassung bundesweit regeln, doch eine Abstimmung in der Kultusministerkonferenz (KMK) ging 15 zu eins aus. MV übernehme dabei die Rolle des „gallischen Dorfes“, ist zu hören, und beharre auf seiner Position: Studenten im Nordosten sollen am Ende des Studiums zwischen Master- und Diplomabschluss wählen können. SPD und CDU halten im Koalitionsvertrag am Diplom fest. Der Rest der Republik macht da nicht mit. Vor allem Hessen schießt quer: Eine Einbeziehung von Diplomgraden in den Staatsvertrag wäre „politisch ein falsches Signal“. Der jahrelange Prozess zur europaweiten Vereinheitlichung von Studienabschlüssen auf Bachelor und Master, vereinbart 1999 von 29 Ländern in Bologna (Italien), dürfe nicht torpediert werden. Ein Rechtsanspruch aufs Diplom wäre Türöffner für weitere Ausnahmen.Das Schweriner Bildungsministerium bestätigt den Dissens und betont: Der Weg MVs sei „Bologna-konform“, strittig die Abschlussbezeichnung. Ein Kompromiss sei „noch denkbar“, so Sprecher Henning Lipski. Andernfalls werde das Land seinen Weg allein gehen. Diplome nach altem Recht seien unberührt.

Frank Pubantz

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