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Politik Großprojekte: Diese drei Brocken sind für Vorpommern geplant
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10:38 28.08.2018
Ronald Pofalla (M.), Infrastrukturchef der Bahn, und MV-Verkehrsminister Christian Pegel (SPD, r.) an der Meiningenbrücke. Sie informierten sich auch über den Zustand der Gleise der Darßbahn. Quelle: Richter Timo
Schwerin

Vorpommern verstärkt – nach dieser Devise agiert die Landesregierung nach der Schlappe für SPD und CDU bei der Landtagswahl im Landesosten. Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (beide SPD) direkt unterstellt, soll es als „Kümmerer“ richten. Neben drei Millionen Euro Entwicklungshilfe pro Jahr sollen auch „drei bis vier Großprojekte“ zwischen Prerow und Löcknitz angeschoben werden. Nun ist raus: Es geht um die Darßbahn, das Otto-Lilienthal-Museum „Ikareum“ in Anklam und die Verkehrsanbindung der Kaikante Ueckermündes am Stettiner Haff.

Dahlemann habe die Projekte gerade im Kreise der SPD-Landtagsfraktion vorgestellt, heißt es aus der Partei. Botschaft: Ein weiteres Projekt könne es gern noch sein; Ideen willkommen. Fest stünden indes die anderen drei Projekte bis 2021, ist zu hören.

Darßbahn. Die Wiederbelebung der Bahn durchgehend von Velgast über Barth bis Prerow fordern Anwohner seit vielen Jahren, um den Verkehrskollaps in der Tourismusregion zu verhindern. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ließ vor wenigen Monaten mitteilen, dass sich der Bund Unterstützung vorstellen könne. Finanzielle Zusagen indes gab es noch nicht. MV-Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) ließ erklären: Man sei in guten Gesprächen; ohne Hilfen des Bundes werde es nicht gehen. 40 Millionen Euro fielen mal als Kostenschätzung. Dickster Brocken dabei: die Meiningenbrücke. Dahlemann kündigte mehrfach an, sich darum kümmern zu wollen. Nur wann?, fragt Ralf Drescher (CDU), Landrat des Landkreises Vorpommern-Rügen, ungeduldig. „Ich warte auf eine Entscheidung der Landesregierung.“ Aus seiner Sicht gelte dies auch für den Bund.

Ikareum. Als ehrgeizig wird auch das Museum „Ikareum“ in Erinnerung an Flugpionier Otto Lilienthal (1848 bis 1896) in der Anklamer St.-Nikolai-Kirche eingestuft. Lilienthal wurde in Anklam geboren. Von 24 Millionen Euro ist die Rede, um einen teilweisen Kirchenwiederaufbau und eine Ausstellung umzusetzen. Für Anklams Bürgermeister Michael Galander (parteilos) eine „einmalige Attraktion sowohl für seine Einwohner als auch für die Urlauber auf der Insel Usedom“. Dahlemann schwärmt: Dann wäre Anklam, wo er als Staatssekretär seinen Hauptsitz hat, „komplett“. Haken ist die schlechte Finanzlage der Stadt. Die Kommunalaufsicht untersagte eine Kreditaufnahme.

Kaikante Ueckermünde. Wenig bekannt ist bisher über die Pläne, Gewerbeflächen am Stettiner Haff mit der Kaikante Ueckermündes verkehrstechnisch zu verbinden. Insider berichten: Dort wären dringend Anbindung und Kran nötig, um etwa Schwermetall-Bauteile abtransportieren zu können. In Ueckermünde geplant ist auch eine Fährverbindung übers Haff gen Norden. Hier hat Dahlemann eine Machbarkeitsstudie gefördert.

Offizielles ist dünn. Die Staatskanzlei spielte den Ball gestern zum Infrastrukturministerium von Christian Pegel (SPD), denn dort kümmere man sich „um die Großprojekte“, so eine Sprecherin. Dann meldete sich Dahlemann: Er führe „Gespräche mit den Akteuren vor Ort. Es gibt viele gute Ideen. Dazu gehören auch die genannten“. Eine Entscheidung gebe es noch nicht. Das berichten SPD-Genossen anders.

Beim Koalitionspartner CDU knirscht es. Solche Großprojekte seien nicht bekannt, sagt der vorpommersche Landtagsabgeordnete Franz-Robert Liskow. „Aber jeder in MV hat inzwischen mitbekommen, dass sich Herr Dahlemann hervorragend darin versteht, sich als Macher zu inszenieren. Es ist nicht illegal, sich mit fremden Federn zu schmücken.“

Die zeitliche Umsetzung ist offen. Kritiker orakeln: Vermutlich warte die SPD in der Regierung so lange mit der offiziellen Verkündung der Darßbahn, bis ihr Parteimitglied Stefan Kerth im Herbst den Dienst als neuer Landrat von Vorpommern-Rügen antritt.

Frank Pubantz

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