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Drese kämpft um gleichen Mindestlohn in Pflege-Berufen

Schwerin Drese kämpft um gleichen Mindestlohn in Pflege-Berufen

Mehrere Bundesländer unterstützen einen Vorstoß aus MV gegen das Ost-West-Gefälle. Ein anderer Vorschlag sieht Unterschiede bis nach 2020 vor.

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Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) fordert eine Angleichung des Mindestlohns für Pflege-Berufe in Ost und West.

Quelle: SPD

Schwerin. Gleicher Mindestlohn für gleiche Arbeit: Mit diesem Credo setzt sich Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) für eine Abschaffung eine Lohn-Lücke in Pflegeberufen zwischen Ost und West ein – und torpediert damit einen Vorschlag der Pflegekommission des Bundes, wonach die Löhne nur langsam angepasst werden sollen. Die Zeichen stehen gut: Mehrere Landesregierungen wollen im Dezember offenbar Dreses Vorstoß zustimmen. Derzeit erhalten Pfleger in den alten Bundesländern 70 Cent Mindestlohn pro Stunde mehr als Berufskollegen in neuen. Das müsse anders werden, fordert Drese. In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten fast 25 000 Frauen und Männer in Pflegeberufen.

„Es ist schlicht inakzeptabel, dass ausgerechnet beim Pflegemindestlohn diese Unterschiede 30 Jahre nach der Wende festgeschrieben werden sollen“, sagt Drese. Denn Alten- oder Krankenpfleger übernähmen eine besondere Aufgabe in der Gesellschaft, der Job sei „körperlich und psychisch belastend, professionell und verantwortungsvoll“, so Drese. Die Arbeit an Menschen müsse besser honoriert werden. Ein Entwurf der Pflegekommission sieht derzeit jedoch weiterhin eine Lohnlücke auch für kommende Jahre vor. 10,20 Euro sollen Pfleger – gesetzlich geregelt – in Bayern oder Schleswig-Holstein 2018 verdienen, nur 9,50 Euro dagegen Berufskollegen von MV bis Sachsen. In Stufen ist eine Erhöhung auf 11,35 beziehungsweise 10,85 Euro bis 2020 geplant. Die Schere bliebe.

Ein völlig falsches Zeichen, findet Drese. Ziel müsse eine flächendeckender Annäherung an Tariflöhne sein. Drese beruft sich auch auf den gesetzlichen Mindestlohn, der branchenübergreifend in allen Regionen bei 8,84 Euro liegt. „Wir brauchen die Pflegekräfte hier als besonders vom demografischen Wandel betroffenes Land.“ Beifall gibt es beim Sozialverband VdK in MV. „Dieser Vorstoß ist definitiv zu begrüßen“, sagt Geschäftsführer Torsten Mache. „Politik kann nicht immer nur von Gerechtigkeit reden und gleichwohl weiterhin für Ungerechtigkeit sorgen.“

Laut Agentur für Arbeit Nord gibt es derzeit MV-weit rund 470 offene Stellen für Pfleger, vor einem Jahr seien es noch 50 weniger gewesen. „Der Bedarf an Fachkräften im gesamten Bereich der Gesundheitswirtschaft wird weiter steigen“, prophezeit Agentur-Chefin Margrit Haupt-Koopmann. Dies gelte auch für die Alten- und Krankenpflege. Auch in Schleswig-Holstein (1070 offene Stellen) und Hamburg (490) gebe es akuten Personalmangel.

Unterstützung findet Drese in anderen Bundesländern. Zustimmen wollen etwa Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Schleswig-Holstein  dagegen will ablehnen.

Frank Pubantz

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