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Politik Ein Feiertag mehr für MV? Linke kämpft um Kindertag
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06:44 13.12.2017
Feierlaune in MV: Die Linken wollen einen offiziellen Feiertag mehr. Quelle: Sylvi Mauersberger
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Schwerin

Ein Streit ist in der Landespolitik darüber entbrannt, ob Mecklenburg-Vorpommern mehr gesetzliche Feiertage braucht. Die Linke schlägt den Kindertag (1. Juni) vor. Gegenwind kommt von anderen Fraktionen. Menschen in MV dürfen pro Jahr zehnmal gesetzlich garantiert freimachen, vor allem im Süden gibt es mehr frei, Bayern hat bis zu 14 Feiertage.

„Ein kleiner Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit“ wäre für Simone Oldenburg, Linken-Fraktionschefin im Landtag, ein zusätzlicher Feiertag in MV. Eine Art Ausgleich „für die miserablen Löhne hier“. Es könne nicht sein, dass in anderen Ländern deutlich mehr Ruhetage bestehen, so Oldenburg. Daher schlage die Linke den Kindertag als zusätzlichen gesetzlichen Feiertag vor.

Nachholbedarf gegenüber Bayern

Ingo Schlüter, DGB Nord, stößt ins selbe Horn. Es gebe „Nachholbedarf gegenüber Bayern und den katholisch geprägten Bundesländern“. Dort gibt es teils auch den Drei-Königs-Tag (6. Januar) oder Mariä Himmelfahrt (15. August). Der DGB plädiert jedoch zunächst dafür, dass in Nordländern Gleichmaß herrscht. Schleswig-Holstein und Hamburg haben etwa mit neun sogar einen Feiertag weniger als MV. Auf zwölf kommen dagegen Baden-Württemberg und das Saarland. Auch Bayern hat zwölf, in katholischen Regionen 13. In der Stadt Augsburg wird zudem Friedensfest gefeiert. Hinzu kommen überall Oster- und Pfingstsonntag.

Für MV wünscht sich die Linke klarere Regelungen. Am besten sei daher der Kindertag geeignet, mit dem ganze Familien belohnt werden könnten. Zudem beantragt die Fraktion, Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen.

Feiertage sind Ländersache

Feiertage sind Ländersache. Die Koalition im Landtag lehnt eine Erhöhung noch ab. Denn das „belastet die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft erheblich und wirkt sich negativ auf das notwendige Wachstum im Land aus“, sagt Jochen Schulte (SPD). Ziel sollten bessere Löhne sein. Es sei wichtig, „mehr für die Zukunft unserer Kinder zu tun“, so Torsten Renz (CDU). Ein Feiertag sei dafür aber kein Beitrag.

Die AfD fordert statt eines neuen Feiertages eine Aufwertung bestehender Gedenktage wie des 17. Juni, dem Tag des Volksaufstandes 1953 in der DDR. Matthias Manthei (BMV) sagt: „Priorität muss die Stärkung des Wirtschaftsstandorts haben, nicht die Schwächung der Wirtschaft.“

Schaden für den Einzelhandel

Die Wirtschaft warnt: Je nach Wochentag und Jahreszeit wirkten sich Feiertage auf einzelne Branchen verschieden aus, sagt Sven Müller, Vereinigung der Unternehmensverbände MV. Ein zusätzlicher freier Samstag schade etwa dem Einzelhandel. Fakt sei: Mehr Feiertage verringern die Wirtschaftsleistung. „Der eigentliche Sinn von Feiertagen ist, nicht gleichzusetzen“, so Müller. Es gebe regional verschiedene Anlässe.

Laut Wirtschaftsforscher Christoph Schröder vom Institut der Deutschen Wirtschaft kostet jeder entfallende Arbeitstag bundesweit 0,1 Prozent der Jahres-Wirtschaftsleistung, bis zu zehn Milliarden Euro. Die Linke in MV hält dagegen: Ausgeruhte Mitarbeiter könnten mehr leisten.

Frank Pubantz

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