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Entwarnung auf der „Sea Eye“: Alle Flüchtlinge in Sicherheit

Rostock Entwarnung auf der „Sea Eye“: Alle Flüchtlinge in Sicherheit

202 Gerettete wurden nach 36 dramatischen Stunden an die italienische Küstenwache übergeben.

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Die „Sea Eye“ (Bildvordergrund) hatte 202 Flüchtlinge an Bord und musste ein Notsignal senden.

Quelle: Iuventa Jugend Rettet/dpa

Rostock. Glückliches Ende einer dramatischen Rettungsaktion: Alle 202 Flüchtlinge an Bord der „Sea Eye“ konnten an die italienische Küstenwache übergeben werden. Ein Tanker bot bei der Übergabe am Montagabend Schutz vor Wind und Wellen, wie der Sprecher der Hilfsinitiative „Sea Eye“, Hans-Peter Buschheuer, mitteilte. Die „Sea Eye“ hatte zuvor ein Notsignal gesendet, weil der frühere DDR-Hochseefischkutter komplett überladen war (die OZ berichtete).Buschheuer beschrieb am Dienstag im Gespräch mit der OZ die Zustände an Bord: „Alle Plätze waren voll belegt, nur die Brücke und der Maschinenraum wurden freigehalten, damit das Schiff überhaupt noch fahren konnte. Die Menschen saßen da wie die Ölsardinen, das war der absolute Horror.“Die wenigsten der 202 Flüchtlinge konnten unter Deck untergebracht werden. „Alleine in der medizinischen Station, in der eigentlich nur Platz für die Behandlung vom einem Patienten ist, waren 15 Frauen, darunter mehrere Schwangere“, sagt Buschheuer. Viele andere mussten an Deck kauern. „Bei heftigem Seegang schwappten Wellen über Bord. Dadurch waren alle ständig nass.“ Hinzu kam, dass es sehr kalt war. „Wir hatten Angst, dass die geschwächten Flüchtlinge erfrieren könnten.“Trotz der widrigen Umstände hätten aber alle Flüchtlinge überlebt. „Wir haben zwar Leichen im Meer treiben sehen, aber bei unserer Rettungsaktion ist niemand gestorben“, sagt Buschheuer. Auch alle Flüchtlinge, die beim Eintreffen der „Sea Eye“ von den überfüllten Booten ins Wasser sprangen, seien lebend gerettet worden.Dabei ist die „Sea Eye“ gar nicht im Mittelmeer, um Schiffbrüchige aufzunehmen, betont Buschheuer. Die Flüchtlinge sollen eigentlich nur mit Rettungswesten und Rettungsinseln gesichert werden. „Aber Ostern war eine absolute Ausnahmesituation.“ Die bisher höchste Zahl an Passagieren im Mittelmeereinsatz habe bei 106 gelegen. „Und das war auch nur für wenige Stunden, nicht für 36 wie jetzt.“ Eine Obergrenze an Personen an Bord habe man bewusst nicht festgelegt. „Das könnte uns in die furchtbare moralische Situation bringen, was machen wir, wenn einer mehr gerettet werden muss.“Nach den insgesamt 48-stündigen Strapazen muss die Crew, zu der auch der Rostocker Maschinist Hans-Ulrich Kalweit gehört, das Schiff aufräumen und reparieren sowie die Rettungswesten desinfizieren. Dann wird ein Großteil abgelöst, bevor die „Sea Eye“ dann am Wochenende zur nächsten Mission aufbricht

Axel Büssem

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