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Politik Experten: Digitale Medienbildung in MV mangelhaft
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16:58 26.09.2018
Ein Kind sitzt an einem Laptop mit den Händen auf der Tastatur. Quelle: Ole Spata/archiv
Schwerin

Die Medienbildung in Mecklenburg-Vorpommerns Schulen hat von Experten am Mittwoch im Landtag schlechte Noten bekommen. Der Medienpädagoge Roland Rosenstock von der Universität Greifswald wies nach Angaben des jugendpolitischen Sprechers der CDU-Fraktion, Franz-Robert Liskow, auf Defizite in der Lehrerbildung hin. „Medienbildung ist in Mecklenburg-Vorpommern bislang kein Bestandteil der Ausbildung für Lehrkräfte“, sagte Liskow unter Berufung auf Rosenstock nach der Anhörung im Sozialausschuss. „Ich halte dies für ein großes Versäumnis.“

„Was ist Gülle? Was ist Goethe?“

Viele Schüler sammelten Informationen im Internet, sagte Liskow. Es sei dabei nicht immer einfach zu unterscheiden, welche Informationen seriös sind und welche nicht. „Was ist Gülle? Was ist Goethe?“ Den sinnvollen Umgang mit Informationen aus dem Internet müsse Schule heute vermitteln können. „Wenn Lehrkräfte dies nicht können, steuern wir auf ein erhebliches Problem zu“, meinte der CDU-Politiker.

Die familienpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion, Jacqueline Bernhardt, berichtete gar von einem „vernichtenden Urteil“ der Anzuhörenden für die Medienbildung in MV. „Unser Bundesland ist den Herausforderungen durch die Digitalisierung noch lange nicht gewachsen“, lautete das Fazit der Oppositionspolitikerin. Es mangele bereits am Verständnis für die Notwendigkeit der Kompetenzvermittlung. Infolge dessen seien heute viele Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene von einer verantwortungsbewussten Teilhabe an der digitalisierten Welt ausgeschlossen.

Familien in der Verantwortung

Auch der sozialpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Thomas de Jesus Fernandes, äußerte sich kritisch. „Die Anhörung hat die schlafwandlerische Politik der Landesregierung einmal mehr vorgeführt“, sagte er. Beim Breitbandausbau und bei digitalen Bildungsstrategien schlummere die Landesregierung vor sich hin. Brauchbare Datennetze fehlten ebenso wie moderne Bildungskonzepte.

Zur heutigen dritten Sitzung der Anhörungsreihe „Jung sein in Mecklenburg-Vorpommern“ zum Thema „Medienbildung für junge Leute im Kontext der Digitalisierung“ erklärt die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Nadine Julitz:

Auch die SPD sprach sich für eine bessere Medienbildung in der Schule aus, sieht aber ebenso die Familien in der Verantwortung. „Eltern sollten mit gutem Beispiel vorangehen und vorleben, wie man verantwortungsvoll mit Medien umgeht und Nachrichten beispielsweise im Internet, im Fernsehen oder in der Zeitung beurteilt“, sagte die jugendpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Nadine Julitz. Ihre Fraktion setze sich für ein Schulfach „Informatik und Medienbildung“ ein.

dpa/mv

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