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Politik Femen: Der Körper als Waffe ist effektiv
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00:00 10.04.2013
Von Sebastian Scherer
Femen- Aktivistin Alexandra Shevchenko.
Berlin

Beim Messe-Rundgang stürmten Shevchenko und vier weitere Aktivistinnen der ukrainischen Gruppe „Femen“ auf sie zu.

Jetzt ist die 24 Jahre alte Frau aus der Ukraine zurück in ihrer Wahlheimat Berlin. Warum sie das getan habe, werde sie derzeit andauernd gefragt. „Man muss sich doch nur Pussy Riot angucken, die anderen politischen Gefangenen in Russland, die alle von einem Diktator ins Gefängnis gesteckt werden. Putin ist ein dummer Mann. Und gefährlich.“ Der nackte Körper sei die gewählte Strategie, der Weg, den man gewählt habe, auch für maximale Aufmerksamkeit. „Wenn wir uns dafür ausziehen müssen, ist das eben so. Nur so wird man gehört.“ Den Körper als Waffe einzusetzen, ohne dass ein Mann das kontrollieren kann, sei „effektiv, weil es jeden irritiert“.

Derzeit warten Shevchenko und die anderen Frauen, ob und welche Anklage erhoben wird. „Wir haben immer Angst, ins Gefängnis zu kommen, niemand will dafür bestraft werden, dass er sich für Demokratie starkmacht.“

Nach Deutschland ist die Tochter einer Lehrerin und eines Mitglieds des Militärs gekommen, um „Femen“ auch hier aufzubauen. Nach eigenen Angaben unterstützen sie mittlerweile 30 Frauen, die meisten in Berlin. Gemeinsam machen sie Übungen, wie man sich verteidigen kann und wie man Verletzungen vermeidet, sie planen ihre Aktionen gemeinsam. Weltweit entstehen derzeit Ableger. Dabei geraten sie immer wieder aufgrund ihrer Methoden in die Kritik. In der Ukraine zerstörten sie mit Kettensägen ein Kreuz. In Hamburg demonstrierten sie mit der Parole „Arbeit macht frei“, die als Toraufschrift an nationalsozialistischen Konzentrationslagern bekannt wurde, gegen Prostitution.

Trotz mancher Kritik: Shevchenko will demnächst wieder nackt protestieren. Wogegen, verrät sie noch nicht.

Sebastian Scherer

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