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Politik Gelinkt: MVgida-Demonstranten protestieren gegen sich selbst
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06:27 28.01.2015
Werbung – nicht in eigener Sache: Die MVgida-Marschierer verwiesen in Schwerin mit den Schildern auf die Internetseite. Quelle: -
Schwerin

Auf den Leim gegangen: Als am Montag einige Hundert Anhänger der islamfeindlichen MVgida-Bewegung durch Schwerin zogen, hielten mehrere von ihnen Schilder hoch, auf denen für die Internetseite „mvgida.de“ geworben wurde. Was die Islamgegner nicht wussten: Sie protestierten damit gegen sich selbst. Denn die am selben Abend freigeschaltete Seite appelliert an die „ungeliebten Pegida-Anhänger“ auf ironische Weise: „Informiert euch richtig und gackert nicht alles nach“. MVgida ist ein Ableger der Dresdner Pegida-Aufmärsche.

Die Resonanz war überwältigend. Ein Bericht über die Aktion der MVgida-Gegner auf der Internetseite des Informationsportals über Rechtsextremismus „Endstation Rechts“ wurde bis gestern „mehrere zehntausendmal“ aufgerufen, sagt Marc Brandstätter von „Endstation Rechts“. Die Initiative betreibt das deutschlandweit bekannte Projekt „Storch Heinar“, das sich satirisch gegen Rechtsextremismus und Rassismus engagiert.

Auf der Seite gibt es etwa einen Link zu Bundestagsabgeordneten aus Mecklenburg-Vorpommern, über die Interessenten mit den Politikern ins Gespräche kommen können, heißt es. Ein weiterer Link führt zur Neonazi-Aussteiger-Initiative Exit.

Laut „Endstation Rechts“ ist MVgida „eine besonders aggressive Variante“ von Pegida. Die Gruppe sei „durchsetzt von rechtsextremen Kameradschaften und NPD-Mitgliedern“. Auch der Schweriner Grünen-Vorsitzende Jürgen Suhr betonte, dass die Schweriner Bewegung „ein Aufmarsch von Rechtsextremen unter dem Deckmantel des vermeintlichen Antiislamismus“ sei.



OZ

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