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03:59 18.04.2013
Der Sarg von Margaret Thatcher in der St. Paul‘s Kathedrale.

Mit einer pompösen Zeremonie hat Großbritannien gestern Abschied von seiner langjährigen Premierministerin Margaret Thatcher genommen. Ihr Sarg wurde nach einem einstündigen Trauerzug durch die Londoner Innenstadt in die St. Paul‘s Cathedral gebracht, wo fast 2300 Gäste aus 170 Ländern an den Trauerfeierlichkeiten teilnahmen.

Zehntausende Menschen säumten den knapp zwei Kilometer langen Weg vom Parlament, wo der Sarg über Nacht gestanden hatte, zu der Kathedrale. Immer wieder brandete Applaus auf, Menschen warfen Blumen. Hunderte Gegner Thatchers fanden sich ebenfalls entlang der Route ein und kehrten dem Sarg den Rücken. Zudem gab es Buhrufe. Wegen der erwarteten Proteste war ein großes Sicherheitsaufgebot im Einsatz. 4000 Polizisten waren vor Ort, ebenso wie 700 Soldaten aller Waffengattungen in Paradeuniformen. Angeführt wurde die Trauergemeinde von Königin Elizabeth II., die zuletzt 1965 an der Beerdigung eines Premiers, des legendären Winston Churchill, teilgenommen hatte.

Bei den Feierlichkeiten mit militärischen Ehren handelte es sich formell nicht um ein Staatsbegräbnis. Medienberichten zufolge kostete die Veranstaltung den britischen Steuerzahler zehn Millionen Pfund (11,7 Millionen Euro), doch wolle die Familie Thatchers für Transport, Blumen und die für später anberaumte Einäscherung aufkommen. Zahlreiche aktive oder frühere Politiker waren zu der Zeremonie angereist, Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) vertrat die Bundesregierung.

Die „Eiserne Lady“, die Großbritannien von 1979 bis 1990 regiert hatte, war am Montag vor einer Woche im Alter von 87 Jahren an einem Schlaganfall gestorben. Ihre Politik der Privatisierung gegen den massiven Widerstand auch der Gewerkschaften spaltet bis heute die britische Gesellschaft.

OZ

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