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Politik Großes Interesse an Stasi-Akten
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04:19 13.03.2013
Roland Jahn. Quelle: dpa

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, will die Wartezeiten bis zur Herausgabe von Akten für Stasi-Opfer verkürzen. Bislang müssen Antragsteller auf Akteneinsicht teilweise über zweieinhalb Jahre warten. „Wir wollen die Wartezeiten reduzieren“, kündigte Jahn gestern bei der Vorstellung des Tätigkeitsberichts seiner Behörde an. Er will weiterhin Mitarbeiter in den Recherchebereich versetzen. Oberste Priorität bei der Herausgabe der Akten haben ältere und kranke Antragsteller sowie Opfer des SED-Regimes, bei denen Gerichtsverfahren anhängig seien, sagte Jahn.

Die Stasi-Unterlagenbehörde erlebte im Vorjahr eine wachsende Nachfrage. Vor allem junge Menschen, aber auch Rentner stellten Anträge auf Akteneinsicht. „Das Interesse an der Beschäftigung mit der Diktatur ist lebendig. Eine neue Generation stellt frische Fragen: Wie hat die Diktatur in der DDR konkret funktioniert? Warum haben unsere Eltern mitgemacht oder sich angepasst? Welche Lehren stecken in dieser Vergangenheit für mich?“

Nach der seit 2012 geltenden Änderung des Stasi-Unterlagengesetzes werden auch Anträge auf Akteneinsicht über verstorbene Familienangehörige bearbeitet. Im Vorjahr nahm die Zahl der Anträge um rund zehn Prozent auf 88 231 zu. Zwei Drittel davon waren Erstanträge. In rund 37 Prozent existieren keine Stasi-Unterlagen, bei 22 Prozent sind lediglich Karteikarten vorhanden. Aufwendiger sind Recherche und Aufarbeitung bei Stasi-Opfern mit umfangreichen Akten.

Trotz des Ansturms will Jahn mit dem bestehenden Personal von rund 1700 Mitarbeitern und seinem 100-Millionen-Etat auskommen, sagte Jahn dieser Zeitung.

Reinhard Zweigler

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