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Großteil der Straßen in MV löchrig und kaputt

Rostock Großteil der Straßen in MV löchrig und kaputt

Ein Viertel der Autobahn- und Bundesstraßen im Land sind in kritischem Zustand, bei Landesstraßen ist es jede zweite. Am schlimmsten aber sind die kommunalen Pisten betroffen. Verkehrsminister Pegel (SPD) sieht „enorme Bemühungen“.

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Baustelle A20 bei Tribsees: Ein Großteil der Straßen in MV müsste dringend saniert werden.

Quelle: Frank Söllner

Rostock. Schlechte Nachrichten für Autofahrer: Rund ein Viertel der Autobahnen und Bundesstraßen und sogar jede zweite Landesstraße in MV ist in kritischem Zustand. Das sind rund 2000 Kilometer Strecke. Prominente Beispiele sind A19, A20, B96 oder B105.

Das Bundesverkehrsministerium schätzt bei 28,6 Prozent der Bundesstraßen im Land den „Substanzwert“, also die Oberflächenstruktur, als kritisch ein. Dieser Anteil werde in einem Benotungssystem von 1 bis 5 mit 3,5 oder schlechter geführt (Stand 2016). Ab 3,5 bestehe „besonderer Handlungsbedarf“, sei eine „intensive Beobachtung“ nötig. 16,2 Prozent der Strecken erhielten sogar Note 4,5 und schlechter – hier müsse dringend repariert werden. Ähnliches Bild bei Autobahnen: 22,4 Prozent der MV-Strecken erhalten Note 3,5 oder schlechter, 14,1 Prozent sind eingeschränkt nutzbar. Damit stellt der Bund den wichtigsten Straßen im Land ein schlechtes Zeugnis aus. Der Zustand aller Autobahnen bundesweit sei deutlich besser; 17,5 Prozent liegen im kritischen Bereich (Stand 2014).

„Die Zahlen sind ein Warnsignal für Landes- und Bundesregierung“, erklärt Leif-Erik Holm (AfD), der die Information über eine Anfrage im Bundestag erhielt. „Sie zeigen eine Gefahr für den Wirtschaftsstandort MV auf.“ Denn der Nordosten werde den Rückstand auf andere Bundesländer „sicher nicht mit kaputten Straßen verringern“. Holm fordert ein „durchdachtes langfristiges und präventives Sanierungskonzept“, zur Not auch mit mehr Baustellen und Arbeiten im Mehrschichtbetrieb.

Für den ADAC Hansa sind die Probleme hausgemacht. Es fehle ein Strategiekonzept für Straßensanierung in MV, so Verkehrsexperte Carsten Willms. In Schleswig-Holstein gebe es eins. Folge: geringerer Investitionsstau. Weiteres Problem in MV sei: „Es gibt hier zu wenige Planer und Ingenieure“, so Willms. Dafür macht er geringere Gehälter verantwortlich. Weit größer als bei Bundes- sei der Verzug bei Kreis- und Gemeindestraßen. Willms schätzt nötige Investitionen in MV auf „über eine Milliarde Euro“. Landkreise beziffern dringend nötige Ausgaben jeweils auf 150 bis 200 Millionen Euro. Hier müsse das Land handeln. Der ADAC-Sprecher vergleicht das Thema marode Straßen mit einem Zahn voller Karies: „Irgendwann reicht keine Plombe mehr, da hilft nur Neubau.“ Das werde teuer.

Bei Landesstraßen waren laut Verkehrsministerium im Jahr 2015 rund 55 Prozent im kritischen Bereich. Allerdings sei der Wert kaum noch belastbar; 2018 erfolge die nächste Bewertung. Für Straßen des Bundes habe das Land Geld für Sanierung aufgestockt: von 51 Millionen in 2014 schrittweise auf 85 Millionen in 2017. Allein dieser Vergleich zeige „die enormen Bemühungen“, so Minister Christian Pegel (SPD).

Frank Pubantz

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