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Politik Grüne in MV erstmals mit weiblicher Doppelspitze?
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00:00 29.08.2018
Rostock

Die Grünen in MV könnten schon bald von zwei Frauen repräsentiert werden: Neben der bisherigen Landesvorsitzenden Claudia Schulz hat bisher nur die ehemalige Landtagsabgeordnete Ulrike Berger ihre Kandidatur für die Vorstandswahlen am 20. Oktober angekündigt. Es wäre die erste weibliche Doppelspitze der Partei in MV. Der andere Landesvorsitzende, Johann-Georg Jaeger, lässt bisher offen, ob er wieder antritt.

Bisher kandidieren nur Claudia Schulz und Ulrike Berger für den Parteivorsitz / Johann-Georg Jaeger noch unschlüssig

Grünen-Landesvorsitzende Claudia Schulz

FOTO: B. WÜSTNECK/DPA

Will kandidieren:

Ulrike Berger

FOTO: NORBERT FELLECHNER

Berger kann für ihre Kandidatur mit dem Erfolg der Grünen bei den Landratswahlen im Mai werben: Unter ihrem Vorsitz erreichte der Kreisverband Vorpommern-Greifswald stolze 11,4 Prozent.

„Diesen Schwung würde ich gerne in den Landesvorstand mitnehmen“, sagt Berger. Ihre Kandidatur hat sie im Internet veröffentlicht, dort spricht sie schon von einer weiblichen Doppelspitze. Dies sei ein „starkes Signal“ für den anstehenden Kommunalwahlkampf 2019.

Bergers Themen sind vor allem Bildung und Kultur. Schon im Landtag war sie bildungs- und kulturpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. „Wenn wir Themen wie soziale Gerechtigkeit, Klimawandel oder Rassismus angehen wollen, geht das nur über Bildung.“ Bei der rot-schwarzen Landesregierung gebe es in diesem Bereich große Defizite, sagt Berger etwa mit Blick auf den Lehrermangel.

Bergers Vorteil: Ihre Steckenpferde waren beim Landtagswahlkampf 2016 keine Schwerpunkte und können damit nicht für das Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde verantwortlich gemacht werden. Als Parteivorsitzende könnte sie mit diesen also ins Rennen um den angestrebten Wiedereinzug ins Parlament gehen. Und vor allem würde sie sich thematisch gut mit Claudia Schulz ergänzen, die besonders für nachhaltige Landwirtschaft steht, meint Berger.

Schulz, die erst vor einem halben Jahr an die Spitze gewählt worden war, stellt ebenfalls klar: „Ich werde wieder kandidieren.“ Wen sie dabei gerne an ihrer Seite hätte, verrät sie nicht: „Ich wünsche mir ein starkes Team, das gut zusammenarbeitet. Wir haben viele gute Leute.“ Mit Jaeger habe die Zusammenarbeit gut geklappt, etwa bei der Organisation des Landesverbandes und der Zusammenarbeit mit den Kreisverbänden. Auch mit Berger kann sie gut: „Wir haben gemeinsam einige thematische Veranstaltungen organisiert.“

Jaeger hat nach eigenen Worten noch nicht über eine erneute Kandidatur entschieden. „Ich halte mir das noch offen.“ Ihm liege besonders das Thema Energiewende am Herzen. Dafür müsse er jedoch nicht Parteichef sein: „Manchmal kann man solche Einzelthemen besser vertreten, wenn man nicht für alle Grünen und über alle Themen sprechen muss.“ Er könne sich durchaus auch die Rolle eines Beisitzers und energiepolitischen Sprechers vorstellen.

An der Parteibasis sehen das wohl einige Grüne ähnlich: Wie man hört, vermissen sie bei Jaeger manchmal den letzten Einsatz und kritisieren seine mangelnde öffentliche Präsenz. Zudem kommen sowohl Schulz als auch Jaeger aus Rostock. Ein ungesprochenes Gesetz im Landesverband besagt aber, dass beide Landesteile an der Spitze vertreten sein sollen. Das würde für die Greifswalderin Berger sprechen.

Axel Bã¼ssem

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