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Politik Jäger diskutieren über umstrittene Nationalpark-Jagden
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09:35 11.03.2013
Backhaus äußert sich zur Jagd in Nationalparks. Foto: Philipp Schulze/ Archiv
Linstow

Er betonte, dass es ihm wichtig sei, „die in diesem Zusammenhang sichtbar gewordenen Gräben zwischen den verschiedenen Lagern, den ökologischen und traditionellen Jägern, Naturschützern und Förstern nicht weiter zu vertiefen, sondern gemeinsam zu schließen.“

Bei den Großjagden im Müritz-Nationalpark mit bis zu 160 Jägern war Ende 2012 unter anderem der Abschussplan bei Damwild deutlich überschritten worden. Statt 160 waren 220 Tiere erlegt worden, wie der Landesjagdverband kritisiert hatte. Die Jäger sprachen zudem von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. So sollen Bachen, die Frischlinge hatten, rechtswidrig geschossen worden sein. Auch soll nicht nach allen angeschossenen Tieren gesucht worden sein. Ebenfalls kritisch äußerten sich die Jäger über die jüngsten Erhöhungen der Beiträge für die Berufsgenossenschaft. Dort drohe eine Klagewelle.

Minister Backhaus räumte ein, dass es bei den Abschüssen Verstöße gegeben hat. Konkrete Verantwortliche nannte er jedoch nicht. Er kündigte an, die Jagdhundeausbildung in Mecklenburg- Vorpommern zu verbessern. Gut ausgebildete Jagdhunde seien eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Stöberjagd und auch die Nachsuche. Das Jagdhundewesen solle daher eine größere Unterstützung aus Jagdabgabemitteln erhalten. Im Mai solle ein Schwarzwildgatter eröffnet werden, in dem Jagdhunde für die kontrollierte Arbeit an Schwarzwild ausgebildet werden.

Zum ebenfalls umstrittenen Thema der Verwendung bleifreier Munition sagte Backhaus: „Nach ersten Untersuchungen ist die Herstellung tierschutzgerechter und jagdpraxiskonform anwendbarer Geschosse ohne Verwendung von Blei nachweislich möglich.“ Backhaus gilt als Verfechter der bleifreien Munition, er setzt sich für eine bundesweite Lösung ein. Für ihn spielten auch die Gesundheitsaspekte beim Verzehr von Wildbret eine Rolle.

In Mecklenburg-Vorpommern sind rund 11 000 Jäger aktiv. Sie erlegten im vergangenen Jagdjahr etwas weniger Wild als im Jahr zuvor, teilte der Landesjagdverband mit. So gingen die Abschüsse bei Rotwild und Rehen um 3,5 beziehungsweise 2 Prozent zurück. Die Jäger erlegten rund 6300 Stück Rotwild und 54 000 Rehe. Beim Schwarzwild verringerte sich die Zahl sogar um 24 Prozent. Statt 64 000 Wildschweinen wurden nur noch 47 300 erlegt.

Der Jagdverband führte das auf ein geringes Nahrungsangebot und einen strengen Winter zurück, so dass weniger Frischlinge geboren wurden. Bei Damwild wurden mit 11 400 Tieren zwei Prozent mehr erlegt. Zudem wurden weniger Marderhunde geschossen - rund 4400 statt 4800 -, dafür aber mehr Waschbären - 1644 statt 1580 im Vorjahr. Zudem erlegten die Jäger rund 15 300 Füchse und 2450 Dachse.

dpa

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