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Japan setzt auf Energie aus dem „brennenden Eis“

Tokio Japan setzt auf Energie aus dem „brennenden Eis“

Wie im „Schwarm“: Erstmals Methanhydrat gefördert.

Tokio. Nach der Abschaltung fast aller AKW hofft Japan auf Energiequellen aus der Tiefe des Meeres: Japanischen Forschern gelang es gestern nach eigenen Angaben erstmals, Methanhydrat aus dem Meeresboden etwa 80 Kilometer vor der Küste der zentralen Provinz Aichi zu bergen. Schätzungen zufolge könnte sich Japan von den Methanhydrat-Vorräten vor seinen Küsten über ein Jahrhundert lang mit Energie versorgen.

Die Förderung des Gases ist allerdings sehr aufwendig. Methanhydrat ist in gefrorenem Wasser eingelagertes Methan, es wird auch „brennendes Eis“ genannt. In Methanhydrat sind die Gasmoleküle durch den Druck unter dem Seeboden viel dichter gepackt, die Energieausbeute ist deshalb Schätzungen zufolge um ein Vielfaches höher als in gasförmigem Methan derselben Menge. Laut Industrieminister Motegi gelang es nun, vier Stunden lang Gas zu extrahieren, das einen Kilometer unter dem Meeresspiegel 330 Meter tief im Meeresboden lagerte.

Bekannt wurde Methanhydrat auch durch den Roman „Der Schwarm“ des deutschen Autors Frank Schätzing, der in dem Zukunftsszenario mögliche katastrophale Folgen der Förderung aus der Meerestiefe beschreibt. Auch Wissenschaftler fürchten, dass ein großflächiger Abbau der Gashydrate das Abrutschen von Küstenhängen in der Meerestiefe zur Folge haben könnte.

OZ

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