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Koreakrise: Flammender Protest und Gesprächsangebot

Seoul/Pjöngjang Koreakrise: Flammender Protest und Gesprächsangebot

Nach den Kriegsdrohungen in den vergangenen Wochen hat Nordkorea den 101. Geburtstag des „ewigen Präsidenten“ Kim Il Sung ohne Säbelrasseln gefeiert. Bis gestern Abend blieben befürchtete neue Raketenstarts aus.

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Südkoreaner verbrennen in Seoul Stoffpuppen mit den Fotos von Kim Jong Un und dessen 1994 verstorbenen Großvater Kim Il Sung.

Quelle: Fotos: AFP, dpa

Seoul. Auch größere Paraden fanden nicht statt. Nach längerer Abwesenheit tauchte zum wichtigsten Nationalfeiertag des kommunistischen Landes auch Kims Enkel und Machtnachfolger in dritter Generation, Kim Jong Un, wieder in der Öffentlichkeit auf.

Zusammen mit hochrangigen Militärs besuchte Kim Jong Un in der Nacht zum Montag das Mausoleum in Pjöngjang, in dem der einbalsamierte Leichnam seines Großvaters Kim Il Sung aufgebahrt wird, wie die Staatsmedien berichteten. Tanzende Paare in den Straßen Pjöngjangs, Blumenfeste und ein internationaler Marathon — das weithin abgeschottete Land bot in den vergangenen Tagen ein krasses Kontrastprogramm zu seinen jüngsten Kriegsdrohungen.

In Südkorea feierten Demonstranten den Geburtstag des „ewigen Präsidenten“ auf ihre Weise: Sie verbrannten Porträts von Kim Il Sung und seinem Enkel. Sie riefen zum Sturz von Kim Jong Un auf.

Südkoreas Regierung allerdings zeigt Bereitschaft zum Dialog. Ein erstes Angebot, über die Sonderwirtschaftszone zu reden, wurde vom Norden zurückgewiesen.

Auch US-Außenminister John Kerry warnte Nordkorea auf seiner Asien-Reise nicht nur vor einem Raketenstart. Zusammen mit Japan und Südkorea signalisierten die USA Gesprächsbereitschaft. Doch machte Kerry klar, dass Nordkorea glaubwürdige Schritte in Richtung einer atomaren Abrüstung unternehmen müsste. Auch erhöhte Washington den Druck auf China, stärker auf seinen traditionellen Verbündeten Pjöngjang einzuwirken.

Einige seiner Ziele hat Nordkoreas Machthaber nach Ansicht von Beobachtern bereits mit dem Nukleartest und den Drohungen erreicht. Unter anderem habe er jetzt die volle Aufmerksamkeit der USA. Kim sehe sich allerdings auch dem Druck des Militärs ausgesetzt, die weiter die Muskeln spielen lassen wollten. Auf der anderen Seite steigt der Druck, die marode Wirtschaft des Landes wieder einigermaßen auf die Beine zu stellen und die Lebensumstände der Menschen zu verbessern.

OZ

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