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06:32 07.12.2017
Ende September trennten sich Christel Weißig, Matthias Manthei, Bernhard Wildt und Ralf Borschke von der AfD-Fraktion im Landtag. Jetzt wollen sie mit anderen eine neue Partei gründen. Quelle: Cornelius Kettler
Schwerin

Die „Bürger für Mecklenburg-Vorpommern“ (BMV), die sich im Landtag Ende September von der AfD-Fraktion wegen zunehmender Radikalisierung abspalteten, planen den nächsten Coup: Ende Januar soll eine neue Partei gegründet werden. Ziel sei es, auch möglichst viele unzufriedene AfD-Leute abzuwerben.

„Das ist eine Kampfansage“, erklärt Bernhard Wildt. Der frühere AfD-Landessprecher trat vor zwei Monaten aus der Partei aus. Zuvor hatte er mit Matthias Manthei, Christel Weißig und Ralf Borschke die AfD-Fraktion verlassen und die BMV-Fraktion gegründet. Begründung: Die AfD rückte immer weiter nach rechts und verlasse frühere Pfade. Debatten in der Fraktion glichen einer Auseinandersetzung „im Raubtier-Käfig“. Letzter Beleg sei für ihn der AfD-Bundesparteitag in Hannover gewesen, so Wildt: Die Partei, die mal „gegen den Klüngel sogenannter Altparteien“ angetreten sei, sei jetzt „selbst schlimmer als die Altparteien“. Wildt: „Nur mit Fundamental-Opposition kommt man nicht weiter. Wer Ideen einbringen möchte, muss kompromissbereit sein.“

Das sei der Anspruch der BMV. „Wir wollen bürgerlich-konservative Politik machen“, so Wildt. Bürgernähe sei wichtig. Um dies zu erreichen, solle nun eine eigenständige Partei gegründet werden, die auch „Bürger für Mecklenburg-Vorpommern“ heißen könnte. Allerdings nur auf Landesebene. Ausdrücklich betont Wildt die Distanz zur Frauke Petry. Die Ex-AfD-Bundeschefin hat bereits im September die „Blaue Partei“ gründen lassen. „Wir brauchen keine Bundespartei“, so Wildt. Vielmehr wollten die BMV-Vertreter ihre ganze Kraft auf Land und kommunale Ebene konzentrieren. Langfristiges Ziel sei es, „eine konservative Mehrheit im Land“ zu etablieren. Heißt: Die BMV bietet sich über kurz oder lang der CDU als Partner an.

AfD-Landeschef Leif-Erik Holm spricht über die Partei BMV von einem „Rohrkrepierer“. Die Abspaltung von AfD-Gründer Bernd Lucke habe gezeigt, „dass das zum Scheitern verurteilt ist“. Seine Partei verzeichne weiter Zuwachs, habe derzeit rund 640 Mitglieder landesweit. „Es gibt keinen Exodus aus der AfD“, sagte ein Parteisprecher. Rund 20 Mitglieder seien zuletzt zwar aus-, dafür aber neue eingetreten, so Holm.

Frank Pubantz

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