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Politik Nieszery mit neuem Amt: Der Stratege auf der Insel
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11:12 13.06.2018
Von Schwerin an die Nordsee: Der frühere SPD-Landespolitiker Norbert Nieszery ist jetzt Bürgermeister auf Insel Pellworm. Quelle: Spd Pellworm
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Schwerin

Die Katze lässt das Mausen nicht: Norbert Nieszery (57), von 2008 bis 2016 umtriebiger SPD-Fraktionschef im Schweriner Landtag, hat es im Ruhestand wieder in die Politik gezogen. Der promovierte Archäologe ist jetzt ehrenamtlicher Bürgermeister auf der Nordsee-Insel Pellworm.

Vor zwei Jahren zog sich Nieszery aus gesundheitlichen Gründen aus der großen Politik in MV zurück. Mit Lebensgefährtin strandete er auf Pellworm, um Ruhe zu finden, wie er sagte. Dort betreibt er einen kleinen Bauernhof, gesellte sich zum SPD-Ortsverein und wurde auch schon bald dessen Vorsitzender. Bei der Kommunalwahl im Mai verdrängte seine Partei die CDU in der Wählergunst von der Spitze. Am späten Dienstagabend stand fest: Mithilfe der Wählergemeinschaft Pellworm ist Nieszery neuer Bürgermeister der 1200-Seelen-Gemeinde. Kampfkandidatur in der Gemeindevertretung: sieben zu vier Stimmen für den SPD-Mann. 200 Leute seien dagewesen. Das Interesse an der Zukunft der Insel sei groß.

Seine Vision: Eine gemeinsame Schlachterei

Wenige Stunden später, am Mittwochvormittag, sitzt Ehrenamtler Nieszery schon im Bürgermeisterzimmer Pellworms und sortiert Akten. „Erst um die Tiere kümmern, dann ging es ins Büro“, sagt er und lacht. Man habe viel vor auf der Nordsee-Insel. Er berichtet von Plänen, naturnahe Landwirtschaft und sanften Tourismus auszubauen. Vision sei eine gemeinsame Schlachterei. Eine Käserei gebe es schon. „Der Pellwormer Käse ist berühmt“, sagt der neue Bürgermeister. Die Insel sei einfach ein Traum, pure Idylle, ursprünglich, die Menschen sehr offen. „Als ich hier ankam, war ich sofort zu Hause“, sagt Nieszery, der in Schleswig geboren wurde.

2002 zog der SPD-Mann in den Schweriner Landtag ein, wurde 2008 Fraktionschef und hielt für Ministerpräsident Erwin Sellering jahrelang viele Fäden zusammen. Das alles vermisse er heute nicht mehr, sagt Nieszery. Auf Pellworm sei es „nicht so hektisch wie sonst überall“. Auch seiner Leidenschaft, der Archäologie, könne er an der Nordsee frönen. „Wir haben ein Museum, viele Fundstellen“, so Nieszery. „Da werde ich helfen.“

Frank Pubantz

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