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13:26 10.04.2013
Japanische Soldaten installieren Patriot-Batterien zur Raketenabwehr in der Hauptstadt Tokio. Quelle: Fotos: dpa
Seoul

Kein Tag ohne neue Drohgebärden: Nordkorea warnt jetzt auch Ausländer in Südkorea vor einem möglichen Atomkrieg und fordert sie auf, sich vorsorglich um Evakuierung zu kümmern. Die Regierung in Seoul wies das gestern jedoch als Angstmacherei zurück. Nicht bestätigt wurden Gerüchte, der Norden könnte möglicherweise schon heute einen neuen Raketentest unternehmen.

Das Regime machte unterdessen seine Ankündigung wahr und legte mit dem Abzug aller 53 000 Arbeiter die gemeinsam mit Südkorea betriebene Sonderwirtschaftszone Kaesong lahm.

Die staatlichen nordkoreanischen Medien warnten gestern, die Lage auf der koreanischen Halbinsel „bewegt sich langsam auf einen thermonuklearen Krieg zu“. Touristen und andere Ausländer in Südkorea sollten um ihrer Sicherheit willen Maßnahmen zum Schutz und zur Evakuierung vorbereiten. Die Vertretungen der USA und Japans in Seoul zeigten sich davon unbeeindruckt und erklärten, sie rieten ihren Staatsbürgern nicht zur Ausreise. Zuvor schon hatte Nordkorea ausländischen Botschaften im eigenen Land die Evakuierung nahegelegt, ohne sichtbare Wirkung. Auch die sieben in Nordkorea vertretenen EU-Länder, darunter Deutschland, wiederholten gestern, sie erwögen derzeit nicht den Abzug ihres Botschaftspersonals.

Eine Sprecherin der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye sprach von psychologischer Kriegsführung. Es werde nicht gelingen, Ausländern in Südkorea Angst einzujagen. Außenminister Yun Byung Se erklärte, Pjöngjang werde sich mit weiteren Provokationen noch stärker isolieren. Vom Verteidigungsministerium nicht bestätigt wurden Medienberichte, wonach ein Raketentest bereits heute stattfinden könnte. Über einen solchen Test in der Zeit um den Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung am 15. April herum wird gemutmaßt, seitdem Nordkorea zwei Mittelstreckenraketen an seine Ostküste verlegt und auf mobilen Abschussrampen installiert hat. Japan, das in ihrer Reichweite liegt, hat in und um die Hauptstadt Tokio „Patriot“- Systeme zur Raketenabwehr aufgestellt und Zerstörer vor die Westküste beordert.

Von südkoreanischer wie von US-Seite wurde gestern wiederholt erklärt, es gebe im Moment keine Anzeichen irgendwelcher Angriffsvorbereitungen. Ein Raketentest und auch ein eventueller Atomversuch würden vielmehr als Versuch betrachtet, die Spannung aufrechtzuhalten, die Rüstungstechnik voranzubringen und innenpolitisch Stärke zu signalisieren.

Auch China geht unterdessen immer weiter auf Distanz zu Nordkorea. Peking wolle „nicht das Chaos des Krieges vor seiner Haustür sehen“ sagte ein Sprecher des Außenministeriums gestern. Alle Beteiligten seien aufgerufen, „die legitimen Rechte, Vorteile und die Sicherheit von Bürgern anderer Länder“ zu schützen.

Derweil zog Nordkorea wie angekündigt das Personal ab, das bei den 123 südkoreanischen Firmen der gemeinsamen Sonderwirtschaftszone Kaesong beschäftigt ist, und drohte erneut, den Komplex endgültig zu schließen. Die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye nannte das Vorgehen „sehr enttäuschend“. Kaum ein Land werde künftig noch in Nordkorea investieren, wenn es internationale Gepflogenheiten und Zusagen missachte. Pjöngjang blockiert das Industriegebiet seit vergangenem Mittwoch und lässt keine Beschäftigten und Lieferanten aus dem Süden mehr einreisen. Gestern hielten sich noch rund 480 Südkoreaner dort auf. Mangels Nachschub hatten allerdings bereits mindestens 13 Betriebe die Produktion einstellen müssen.

Patriot Pac-3
Das amerikanische Waffensystem „Patriot“ dient der Abwehr von Flugzeug- und Raketenangriffen und kann fünf Ziele gleichzeitig bekämpfen. Eine „Patriot“-Batterie besteht aus acht mobilen Abschussrampen, die jeweils mit acht Abwehrraketen beladen sind. Beim Typ Patriot Advanced Capability-3 (Pac-3) starten Flugkörper, die maximal fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen.

Radargesteuert können sie Ziele in einer Entfernung von bis zu 45 Kilometern treffen. Die Radareinheit erkennt dabei Flugobjekte noch in einer Entfernung von 90 Kilometern. Die Bundeswehr verfügt seit 1989 über „Patriot“-Raketen.

OZ

Das Foto ist gestern eines der meistgedruckten der Welt gewesen: Alexandra Shevchenko, die mit entblößtem Oberkörper vor Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Russlands Präsident Wladimir Putin auftauchte.

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