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13:30 27.09.2018
Stefan Wenzl, Abteilungsleiter im Finanzministerium, weiß viel über Therese, Schlösser und Oktoberfest. Quelle: Frank Pubantz
Rostock

Sechs Millionen Besucher werden das größte Volksfest der Welt, das Münchner Oktoberfest, wohl auch in diesem Jahr besuchen, Gastwirte, Hotels und andere Firmen einen Milliardenumsatz machen. Ein großer Teil des Ruhmes stünde Mecklenburg-Vorpommern zu. Denn das Oktoberfest hat auch hier seine Wurzeln. Es wurde im Jahre 1810 anlässlich der Hochzeit des späteren bayrischen Königs Ludwig I. geboren – seine Frau Therese stammte aus dem Adelsgeschlecht Mecklenburg-Strelitz.

„Ohne Mecklenburg-Strelitz gäbe es das Oktoberfest nicht“, sagt Stefan Wenzl. Ein Satz mit Potenzial. Wenzls Augen leuchten. Er ist Abteilungsleiter für Staatshochbau, Schlösser und Gärten im Schweriner Finanzministerium. Ein Mann der Zahlen mit Affinität zu Kunst und Geschichte. Er findet: 25 Prozent der Idee des Oktoberfestes gingen auf die Kappe Thereses. „25 Prozent von Milliarden Einnahmen über viele Jahre“, sinniert Wenzl. MV wäre schuldenfrei. „Wir könnten Bayern kaufen.“ Jetzt blitzen seine Augen.

Geschichte ist historisch belegt

Der Mann, der das sagt, ist hochrangiger Landesbeamter, die Situation im Spaß entstanden. Die Geschichte aber stimmt, „historisch belegt“, so Wenzl. Am 12. Oktober 1810 heiratete Prinzessin Therese den bayrischen Kronprinzen Ludwig. Wenige Tage später fand aus diesem Anlass ein Pferderennen mit Volksfest in München statt. Der Ursprung des Oktoberfestes – so steht es in diversen Quellen zu lesen. Am Sendlinger Berg, weiß Wenzl, übrigens selbst ein Bayer, der seit 1994 in Schwerin lebt. Ludwig habe damals im noch jungen Bayern eine Art Nationalfest begründen, „die bayrischen Stämme zusammenführen“ wollen.

Später habe man die Fläche zu Ehren der Prinzessin in Theresienwiese umbenannt. Immer wieder fanden dort später Feste statt; im 19. Jahrhundert entwickelte sich dann daraus das heutige Oktoberfest mit Maßkrug-Bierlaune, Dirndl und Millionen-Publikum.

Therese als Namensgeberin für die Oktoberfestwiese

Therese von Sachsen-Hildburghausen (1792 bis 1854) wurde in Seidingstadt (heute Thüringen) geboren. Ihre Mutter Charlotte, Gemahlin des Herzogs Friedrich von Sachsen-Hildburghausen, war Tochter von Karl II., Herzog von Mecklenburg-Strelitz. Somit sei Therese, die Namensgeberin der Münchner Oktoberfestwiese, „zu fünfzig Prozent Mecklenburgerin“, erklärt Stefan Wenzl und schmunzelt. Das Haus Mecklenburg-Strelitz in der Region Mirow/Neustrelitz war seinerzeit wegen seiner Fruchtbarkeit in Adelskreisen Europas bekannt. Karl II. hatte allein zehn Kinder in erster Ehe.

Er selbst sei bei einem Termin in Hohenzieritz bei Neustrelitz auf die „Allianz zwischen Mecklenburg-Strelitz und Bayern“ gestoßen, so Wenzl. Dort habe er Namen auf einem Stein gefunden. Noch heute existiert ein Schloss der mecklenburgischen Herzöge mit Landschaftsgarten.

Oktoberfest in MV immer beliebter

Auch in MV ist das Oktoberfest auf dem Vormarsch – als Varianten der Münchner Volkstümelei mit Festcharakter und Musik. In vielen Städten sind Termine angekündigt (siehe Kasten). Das originale Fest in München, das in diesem Jahr zum 185. Mal stattfindet (einige Jahre gab es keine), lockt internationales Publikum noch bis zum 7. Oktober auf die Wiesn.

Zum Feiern war Prinzessin und Königin Thereses Leben in Bayern übrigens nicht nur. König Ludwig sei ein Frauenheld gewesen, weiß Wenzl. „Heute würde man Womanizer sagen.“ Was trennte: Therese blieb Protestantin, Ludwig Katholik. Zu ihrer Beerdigung 1854 in München – sie starb an Cholera – ist er nicht erschienen. Die Idee, Mecklenburg mehr Ruhm am Oktoberfest einzuräumen, stößt in Bayern bisher nicht auf Gegenliebe. Staatskanzlei und Stadt München reagierten bisher nicht auf OZ-Anfragen.

Frank Pubantz

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