Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Papstwahl läuft — Hochspannung im Vatikan
Nachrichten MV aktuell Politik Papstwahl läuft — Hochspannung im Vatikan
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 13.03.2013
Die Kardinäle bei der Messe vor dem Beginn der Papstwahl.
Rom

Im Vatikan hat gestern das Konklave zur Wahl eines neuen Papstes begonnen. Mit dem Formel „Extra omnes!“ („Alle hinaus!“) schlossen sich kurz um 17.31 Uhr die Türen der Sixtinischen Kapelle hinter den wahlberechtigten Kardinälen — das Zeichen für den Beginn der Wahl.

Eine Messe im Petersdom hatte die Papstwahl zuvor feierlich eingeläutet. Die 115 wahlberechtigten Kardinäle, darunter auch sechs Deutsche, waren zuvor in einer Prozession in die Sixtinischen Kapelle eingezogen. Die Kardinäle schworen einen Eid der Verschwiegenheit. Während der Papstwahl gilt für sie ein absolutes Verbot der Kommunikation mit der Außenwelt. Ein Bruch dieser Regel wird im schlimmsten Fall mit der Exkommunikation bestraft.

Im Anschluss an eine Predigt des maltesischen Kardinals Prosper Grech verließ der päpstliche Zeremonienmeister Guido Marini die Kapelle und die Papstwache Schweizer Garde postierte sich an sämtlichen Ausgängen. Eine erster Wahlgang war daraufhin möglich, aber nicht verpflichtend. Von heute an wird bis zu vier Mal am Tag, nämlich vormittags und nachmittags, über die Kandidaten abgestimmt. Wie lange die Wahl dauert, ist ungewiss. Eine zeitliche Begrenzung gibt es nicht.

Italienische Vatikan-Kenner haben den Kreis der Favoriten auf vier Kardinäle eingegrenzt. Angeführt wird dieses Quartett weiterhin von dem Mailänder Erzbischof Angelo Scola und dem brasilianischen Erzbischof Odilo Pedro Scherer aus Sao Paolo, einem Mann mit familiären Wurzeln im Saarland. Chancen als „Outsider“ werden auch dem New Yorker Erzbischof Timothy Dolan und dem Kanadier Marc Ouellet zugeschrieben. Je länger das Konklave dauert, desto größere Chancen könnte ein Außenseiter haben — wie 1978, als überraschend der Pole Karol Wojtyla das Rennen machte.

Das Ergebnis der Papstwahl wird traditionell per Rauch mitgeteilt. Ist er weiß, gab es eine Zweidrittelmehrheit für einen Kandidaten. Bei schwarzem Rauch ist die nötige Mehrheit von 77 Stimmen verfehlt. Das war am Abend nach dem ersten Wahlgang der Fall.

Zu der Messe „Pro eligendo Pontifice“ („Zur Wahl des Pontifex“) im Petersdom hatten sich zuvor Kardinäle, Kirchenvertreter und einfache Gläubige eingefunden. Als Kardinaldekan Angelo Sodano den ehemaligen Papst Benedikt XVI. würdigte, brandete tosender Applaus auf. Er lobte Benedikts „leuchtendes Pontifikat“. Auf dem Petersplatz verfolgten Tausende Gläubige über vier große Bildschirme die Messe.

OZ

Politik Berlin - IN KÜRZE

Die Unionsfraktion plant eine Gesetzesinitiative für mehr Transparenz bei Managergehältern. Eine Begrenzung sei aber nicht geplant, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Michael Grosse-Brömer.

13.03.2013

Der Bundesregierung droht für wichtige Energiewendeprojekte das Geld auszugehen. Für den Energie- und Klimafonds (EKF) fehlen für 2014 weitere 1,1 Milliarden Euro.

13.03.2013

Das Ergebnis erinnert an stalinistische Diktaturen: 99,8 Prozent der 1517 Teilnehmer an der Abstimmung über die „Britishness“ der 400 Kilometer vor Argentinien gelegenen Falkland-Inseln wollen weiter zu Großbritannien gehören.

13.03.2013