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Reform geplatzt? Den Theatern laufen Kosten aus dem Ruder

Rostock Reform geplatzt? Den Theatern laufen Kosten aus dem Ruder

Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) hat den Zuschuss bereits erhöht – dennoch fehlt Geld und Kündigungen stehen an.

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Mehrfach haben Rostocker für den Erhalt von vier Sparten am Volkstheater demonstriert. Auch andere Theater im Land kommen mit den kalkulierten Geld nicht aus.

Quelle: Ove Arscholl

Rostock. Das Gesellenstück des Kulturministers, Mathias Brodkorb (SPD, 38), soll es werden: eine Theater-Reform, die den Bühnen des Landes Bestand und Angebotsvielfalt sichert – bei stabilen Kosten. Nun dreht der Wind: Die Reform stecke fest, nach der Landtagswahl werde neu sortiert, ist auch aus SPD und CDU zu hören. Offiziell steht man zu Brodkorb. Die Opposition aber fordert Korrektur. Das Land hat den Zuschuss für Theater jetzt von 35,8 auf 38,1 Millionen Euro erhöht, um nicht ständig Defizite ausgleichen zu müssen. Dennoch reicht das Geld nicht.

2,4 Millionen Euro fehlen dem Theater Vorpommern im kommenden Jahr, da Haustarife auslaufen.  In Neubrandenburg/Neustrelitz fehlen fast 480000 Euro in 2016. Rund 60 der insgesamt 480 Mitarbeiter sollen beim fusionierten „Staatstheater Nordost“ gehen. In Rostock stehen 35 von 270 Beschäftigten noch in diesem Jahr auf der Streichliste. Das Volkstheater versinkt im Chaos: Intendant Sewan Latchinian ist gefeuert, Noch-Geschäftsführer Stefan Rosinski nach eigenen Angaben nicht an aktuellen Gesprächen zur Umstrukturierung des Hauses beteiligt.  Neuer Intendant soll Joachim Kümmritz, bisher aktiv in Schwerin und Neustrelitz, sein. „Ich versuche, Ruhe und Struktur in den Laden zu bringen“, sagt er. Es fehle an „Besuchern, Verträgen, klaren Entscheidungen“. Auch im Staatstheater Schwerin, das im August mit dem Landestheater Parchim fusionieren soll, klaffen Lücken im Etat. Für 2018 fehlen laut Plan fast 800000 Euro.

Die Opposition im Landtag warnt vor Kahlschlag bei Theatern nach der Wahl. „Phrasendrescherei“ wirft Torsten Koplin (Linke) dem Minister vor. „Die sogenannte Theaterreform verdient ihren Namen nicht.“ Die Standorte seien nicht sicher. Als „gescheitert“ sieht Ulrike Berger (Grüne) das Projekt. „Das Einzige, was an der Theaterreform des Ministers zuverlässig ist, ist die Finanzlücke.“Brodkorb räumt ein: Bei Personal und Zuschüssen „werden wir nachsteuern müssen“. Für ihn bestätigen die aktuellen Zahlen die Notwendigkeit der Reform. Denn schließlich diene diese dazu, ein „Insolvenzszenario zu verhindern“.

Frank Pubantz

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