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Politik Rücktritt? Linken-Chefin Bluhm kündigt Wechsel an
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06:00 20.09.2016
Heidrun Bluhm, Linken-Chefin in MV, steht nach der Schlappe ihrer Partei zur Landtagswahl in der Kritik. Ob sie zurücktritt, wolle sie am Sonnabend auf dem Parteitag in Güstrow erklären, sagt sie. Quelle: Jens Büttner
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Schwerin

Nachbeben der Landtagswahl vom 4. September bei den Linken: Landeschefin Heidrun Bluhm (58) kündigt indirekt ihren Rückzug vom Parteivorsitz an. Vor zwei Wochen hatte die Linke mit 13,2 Prozent der Stimmen ihr schlechtestes Ergebnis seit 1990 erzielt. Die Fraktion wird nach SPD, AfD und CDU nur vierte Kraft im Landtag sein. Eine personelle Erneuerung sei daher unumgänglich, teilte die Parteispitze am Montag mit. „Wir alle müssen Platz machen für die Generation nach uns“, sagt Bluhm. Bis Herbst 2017 ist sie gewählt. Auf die Frage nach einem etwaigen zeitnahen Rücktritt antwortet sie: „Ich werde am Wochenende meine Partei diesbezüglich informieren.“ Am Sonnabend trifft sich die Linke in Güstrow zum Krisen-Gipfel. Neben der verlorenen Landtagswahl soll der Verlust des Schweriner Oberbürgermeisterpostens Thema sein.

In der Partei knackt es gewaltig. In einem Brief fordern der frühere Linken-Kreischef von Nordwestmecklenburg, Roy Rietentidt, und der Schweriner Falk Kopp Bluhm und Helmut Holter, Fraktionschef im Landtag, zum Rücktritt auf. Diese werden parteiintern für das schlechte Abschneiden der Partei verantwortlich gemacht. Kritikpunkte: fehlende Glaubwürdigkeit, miserable Wahlkampagne. So erinnere der Slogan „So wie wir heute wählen, werden wir morgen leben“ an frühere SED-Sprache. Auch andere Parteimitglieder stimmen ein. Die Linke sei in der Vergangenheit viel zu zahm und ohne klare Kante gegenüber der Regierung aufgetreten. Darüber hinaus sei es der Parteispitze „absolut nicht gelungen, nachfolgendes Personal aufzubauen“, sagt ein Spitzengenosse. „Die Menschen im Land trauen uns offenbar keine Problemlösungskompetenz mehr zu.“Bluhm, Linkenchefin seit 2012, seit 2005 im Bundestag, ließ konkrete Fragen zu ihrer Zukunft unbeantwortet. Einen Zeitplan für den Wechsel gebe es nicht. Holter kündigt an: Er werde erneut für den Fraktionsvorsitz kandidieren.

Frank Pubantz

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