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Politik SPD-Mitgliedervotum: Es wird ein heißer Tanz erwartet
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00:00 08.02.2018
Rostock/Schwerin

Kommt die Große Koalition in Berlin oder nicht? Diese Entscheidung liegt in den kommenden Wochen in den Händen der SPD-Mitglieder – auch den vielen neu gewonnenen.

Thomas Würdisch, Kreisverband Vorpommern-Rügen

FOTO: PRIVAT

Rund 3000 Mitglieder zählt die SPD in Mecklenburg-Vorpommern derzeit, etwa 300 von ihnen sind in den letzten Wochen erst eingetreten – darüber herrscht in vielen Kreisverbänden Hochstimmung.

„Daran sieht man, das Interesse an Politik ist da. Von Verdrossenheit kann keine Rede sein“, sagt Thomas Würdisch, Kreisverbandsvorsitzender Vorpommern-Rügens. 40 neue Gesichter habe sein Verband dazugewonnen. Ohne sich zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen, betont Würdisch: „Und die neuen sind nicht nur Mitglieder, die gegen die GroKo stimmen wollen.“ Zum Koalitionsvertrag wollte er sich nicht äußern, bis er ihn ausgiebig studiert hat, nur so viel: „Er ist der Beweis. Die SPD hat Verantwortung übernommen.“ Am Sonnabend kommender Woche gebe es in Stralsund eine Mitgliedervollversammlung. Dort werden auch jene Überzeugungsarbeit leisten, die sich im Land für die Große Koalition eingesetzt und sie mitverhandelt haben. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zeigte sich gegenüber der OZ gestern optimistisch: „Wir haben jetzt die Chance, gemeinsam viel für die Menschen zu bewegen. Es sind sozialdemokratische Kernthemen. Ich bin zuversichtlich, dass dies auch unsere Mitglieder überzeugen wird.“

Sicher scheint aber: Die Abstimmung wird kein Selbstläufer. Nahezu alle befragten SPD-Mitglieder erwarten eine spannende Abstimmungsphase – mit ungewissem Ausgang. Christian Winter, Landesvorsitzender der Jusos in MV, prophezeit eine „knappe Entscheidung“ sowie einen langen, harten Diskussionsprozess. Der SPD-Nachwuchs hatte auf Bundesebene zuvor die „No-GroKo“- Bewegung ins Leben gerufen. Auch in MV haben die Jusos dadurch extremen Zulauf, so Winter. Der 30-Jährige selbst hat große Bedenken gegenüber der GroKo. „Dass sie jetzt zwei Tage länger gebraucht haben als gedacht, spricht doch dafür, dass der Wurm drin ist. Das ist keine Koalition mit Visionen, man müht sich eher zu Kompromissen.“ Der Landesverband honoriere die „kleinen Verbesserungen“ im Bildungssystem und beim Thema Europa, dennoch sei es eine „sehr Merkel’sche Koalition“. Der Juso-Chef sieht überall nur „halbe Lösungen“ und viele Pläne aus dem alten Koalitionsvertrag, denn diverse Vorhaben seien nicht umgesetzt worden. Warum sollte das jetzt anders sein?, fragt er. Am liebsten wäre dem Neustadt- Glewer eine Minderheitsregierung. Das sei ein mühsamer Weg, aber interessant in der Debatte. Neuwahlen sieht Winter kritisch.

Martina Tegtmeier, SPD-

Kreisverbandsvorsitzende in Nordwestmecklenburg-Wismar, glaubt, dass es „bis zur letzten Sekunde spannend bleibt, wie die Mitglieder abstimmen“. Die Positionen innerhalb des Verbandes seien sehr unterschiedlich und die GroKo umstritten. Viele seien noch hin- und hergerissen.

Virginie Wolfram

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