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Sellering tritt zurück – Schwesig soll folgen

Schwerin Sellering tritt zurück – Schwesig soll folgen

Der 67-jährige Regierungschef gibt wegen einer überraschend diagnostizierten Krebserkrankung alle Ämter auf. Seine Nachfolgerin soll die derzeitige Bundesfamilienministerin werden.

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Manuela Schwesig und Erwin Sellering im Gespräch.

Quelle: Bernd Wüstneck/dpa

Schwerin. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) soll Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidenten und SPD-Landesvorsitzendem Erwin Sellering (67) nachfolgen. Der Schweriner Regierungschef, der wegen eines akuten Krebsleidens am Dienstag seine Rücktritt von allen Ämtern erklärte, habe die 43-Jährige selbst vorgeschlagen. Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) stimmte sie in einer eilig einberufenen Frührunde dem Vorschlag zu.

DCX-Bild

Der 67-jährige Regierungschef gibt wegen einer überraschend diagnostizierten Krebserkrankung alle Ämter auf. Seine Nachfolgerin soll die derzeitige Bundesfamilienministerin werden.

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Die SPD-Spitze im Nordosten stellte sich hinter den Vorschlag. Am Nachmittag tagt die SPD-Landtagsfraktion in Schwerin. Schwesig ist als Gast dabei. Am Mittwochabend kommen Landesvorstand und Landesparteirat zu einer Sondersitzung in Güstrow zusammen. Ein SPD-Sonderparteitag zur Nachfolge soll am 1. Juli stattfinden. Der Landtag tritt am Mittwoch zu einer Sondersitzung zusammen.

Sellering wird nach Worten des Regierungssprechers sein Amt bis zur Wahl des Nachfolgers weiterführen. Sollte er dazu krankheitsbedingt nicht in der Lage sein, werde sein Stellvertreter, Innenminister Lorenz Caffier (CDU), die Geschäfte übernehmen.

Bewegender Abschied in der Staatskanzlei

Mit bewegenden Worten verabschiedete sich Sellering am Dienstagnachmittag aus der Politik. Seine Krebsdiagnose sei ein schwerer Schock für ihn gewesen, sagte er in der Staatskanzlei. Er habe nach seiner Wiederwahl als Regierungschef im Herbst 2016 politisch noch viel vorgehabt. „Deshalb sehe ich mit großem Bedauern, dass dies jetzt nicht mehr möglich ist.“ Sellering bedankte sich für die zahllosen SMS und E-Mails, die ihn nach Bekanntwerden seiner Erkrankung erreicht hätten und die sehr unterstützend seien.

Sellering sagte, er habe in den vergangenen Jahren sehr viel Zuspruch als Ministerpräsident und SPD-Landesvorsitzender erfahren, „manchmal ganz zufällig beim Einkaufen oder bei Veranstaltungen“. Das sei ihm gerade in schwierigen, kontroversen Situationen Unterstützung gewesen. „Vielen Dank, liebe Mecklenburger und Vorpommern.“

Völlig überraschend war bei dem 67-Jährigen eine Lymphdrüsen-Krebserkrankung festgestellt worden, die umgehend eine massive Therapie erfordert. Er werde deshalb nicht mehr in der Lage sein, das Amt auszufüllen.

Als Ministerpräsident habe er „einen Beitrag für eine gute Zukunft unseres Landes“ leisten können. Das Land habe an Wirtschaftskraft gewonnen. Die Arbeitslosigkeit sei spürbar zurückgegangen. Es seien wichtige Verbesserungen für Familien und Kinder erzielt worden. „Und wir haben es geschafft, die Verschuldung des Landes abzubauen.“ Ihm persönlich sei immer sehr wichtig gewesen, für mehr Respekt vor ostdeutschen Lebensleistungen einzutreten.

Sellering war neun Jahre Regierungschef von Mecklenburg-Vorpommern. Er war nach der Landtagswahl im vorigen September für eine dritte Amtszeit an die Spitze der SPD/CDU-Koalition gewählt worden. Erst Mitte Mai wurde er als Landesvorsitzender bestätigt.

Generalsekretärin Barley ersetzt Schwesig

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley wird neue Bundesfamilienministerin an Stelle von Schwesig. Zu Barleys Nachfolger wurde kommissarisch Hubertus Heil bestimmt. Schulz zufolge soll Schwesig in der kommenden Woche ihr Amt als Bundesfamilienministerin niederlegen. 

Bösartige Erkrankung

Lymphdrüsenkrebs ist eine bösartige Erkrankung des Lymphsystems, eines wichtigen Teils der körpereigenen Abwehr. Es besteht aus Organen wie Milz und Knochenmark sowie den Lymphgefäßen und -knoten. Typische Symptome der Erkrankung sind geschwollene Lymphknoten, Fieber, Gewichtsverlust und nächtliches Schwitzen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Wie der Krebs therapiert wird, hängt vom Typ und vom Stadium ab - ebenso wie die Heilungsaussichten. Je früher die Krankheit erkannt und behandelt wird, desto besser ist die Prognose meist. Oft kommt eine Chemotherapie und/oder Bestrahlung zum Einsatz, mitunter zusätzlich eine Antikörpertherapie.

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