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Politik Streit um Spitzensport in MV: Hesse attackiert Seehofer
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13:53 07.09.2018
Segler starten auf dem Revier vor Warnemünde. Quelle: Jens Büttner / Dpa
Schwerin

Dem Leistungssport in Mecklenburg-Vorpommern droht ein schwerer Rückschlag. Die Sportarten Kanurennsport und Triathlon (beide Neubrandenburg) sowie Segeln (Rostock-Warnemünde) sollen künftig offenbar nicht mehr als Bundesstützpunkte anerkannt werden. Dem auch für Sport zuständigen Bildungsministerium in Schwerin sei dies „mündlich signalisiert“ worden, heißt es in einem Brief von Ministerin Birgit Hesse (SPD) an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), der der OZ vorliegt. Sie befürchtet Negativwirkungen auf den gesamten Nachwuchsleistungs- und Spitzensport des Landes. 

Die Reform des deutschen Spitzensports würde den Nordosten nach diesen Plänen härter treffen als zunächst erwartet. Der Chef des Olympiastützpunktes MV, Michael Evers, zeigt sich „verwundert“ darüber, dass sich das BMI offenbar über Einschätzungen und Beschlüsse der Experten hinwegsetzen will: „Land, Deutscher Olympischer Sportbund und die Sportspitzenverbände haben betont, dass sie an den Standorten festhalten wollen.“

Unverständnis beim Landesportbund

Dass das Berliner Ministerium die Anerkennung nun möglicherweise verweigern will, sorgt auch beim Landessportbund (LSB) für Unverständnis. „Das macht sportfachlich keinen Sinn. So machen wir den Sport komplett kaputt“, urteilt LSB-Geschäftsführer Torsten Haverland und verweist auf jüngste internationale Erfolge, gerade im Segeln. Im lange Zeit höchst erfolgreichen Kanurennsport habe es Probleme gegeben, „aber auch hier sind wir wieder auf einem guten Weg“, sagt Haverland. 

Allein in die Infrastruktur für die Kanuten, die bis einschließlich London 2012 bei allen Olympischen Spielen Medaillen gewonnen haben, sind zwischen 2008 und 2016 insgesamt 732 000 Euro investiert worden, 223 000 davon waren Gelder vom Bund.

Millionen-Investitionen in Warnemünde

In Warnemünde werden aktuell Fördermittel in Millionenhöhe in die Hafenanlage auf der Mittelmole und den Bau einer Sportschule des LSB gesteckt. Haverland fordert schnelle Entscheidungen im Sinne der Sportler und Trainer, „damit die Unsicherheit beendet ist“. Er sieht jetzt die Politik gefordert. Damit rennt der LSB-Geschäftsführer in Schwerin offene Türen ein. Ministerin Hesse schreibt in ihrem Brief an Seehofer: „Ich habe sehr große Sorge, dass (...) eine Nichtanerkennung als Bundesstützpunkt (...) zu einem verheerenden Rückschlag führt.“ 

Gegenüber der OZ legte die SPD-Politikerin nach: „Die Haltung von Bundesminister Horst Seehofer kann ich in keiner Weise nachvollziehen. Außerdem halte ich die Vorgehensweise des Bundes bei der Spitzensportreform für nicht transparent.“ Das Bundesinnenministerium bemühte sich, die Wogen vorerst zu glätten. Es sei „noch nichts entschieden“, sagte Sprecher Sören Schmidt auf OZ- Anfrage und verwies auf die Sportministerkonferenz im November in Saarbrücken.

Immerhin: Die Antwort auf Hesses Brief vom 14. August werde in Kürze auf den Weg gebracht, hieß es aus dem Innenministerium.

Sönke Fröbe

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