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Politik Süßes Leben auf dem Schweriner Schloss: Bienen genießen das Stadtleben
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17:23 08.05.2018
Bienen arbeiten auf ihren Waben. Quelle: Jens Kalaene
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Schwerin

Imker Lunaus Stadtbienen geht es viel besser als den Landbienen. Vor knapp einem Jahr setzte Bio-Imker Mirko Lunau ein Bienenvolk aufs Dach des Schweriner Schlosses. Es sei ein Kümmervolk gewesen, gab er zu. Heute ist es das stärkste: „Es hat fünf Mal mehr Honig produziert als die Völker auf dem Lande“, sagte Lunau, der als promovierter Biologe in Cambs-Ahrensboek bei Schwerin eine Mosterei und Imkerei betreibt. Das Volk sei gesund und ohne Zufüttern über den Winter gekommen. In diesem Jahr habe es schon zehn Kilogramm Nektar gesammelt. Die Bienen auf dem Lande hätten in der gleichen Zeit 2,5 Kilogramm Futter verbraucht.

Angesichts dieser Resultate hat Lunau jetzt weitere vier Bienenstöcke in 25 Metern Höhe auf dem Schlossdach platziert. Eine Analyse des Schlosshonigs habe ergeben, dass er 35 Pollenarten enthielt, der Landhonig nur fünf. „Bienen sind blütenstet“, sagte Lunau. Wenn sie einmal eine Blütenart für sich entdeckt haben, bleiben sie gerne dabei. Auf dem Lande sammeln die Bienen vor allem Rapspollen. Danach blüht in der Agrarlandschaft nicht mehr viel, die Bienen hungern schon im Sommer.

Landtagsdirektor Armin Tebben bezeichnete die Bienen auf dem Dach des Schweriner Schlosses am Montag als Erfolgsgeschichte. „Die ersten Erträge im laufenden Jahr sind geradezu sensationell“, sagte er. „Mit der Ausweitung des Projektes wollen wir einen kleinen Beitrag leisten und insbesondere auf die Bedeutung der Bienen für unser Ökosystem aufmerksam machen.“

Im Schlosspark hätten die Bienen Frühjahrsblüher wie Krokusse, Ahorn, Kirsche, Schlehen und Weißdorn, sagte Lunau. Dazu kämen die Gärten der Stadt. Er bringt einen Teil seiner Land-Völker im Sommer ins Freilichtmuseum Schwerin-Mueß mit seinem Bauerngarten und den Gärten der Umgebung.

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln lassen sich im Bio-Honig nicht vermeiden. Der Stadthonig hatte Lunau zufolge aber acht Mal weniger Rückstände als der Landhonig. Die Bienen befliegen einen Radius von 3 bis 5 Kilometern. Brachflächen mit blühenden Wildblumen gibt es kaum noch, sie ernten vor allem Pollen von konventionellen Rapsflächen. Bei Bio-Honig gelten dieselben Grenzwerte für Rückstände wie bei konventionellem Honig. Der Kunde zahle den höheren Bio-Preis für die Haltungsform und den höheren Arbeitsaufwand, erläuterte Lunau.

„Wir verzichten auf Honig, damit die Bienen natürlich gehalten werden können.“ So benötigen sie Honig zum Wabenbau, die Bienenbeuten müssen aus Holz sein, es dürfen keine chemisch-synthetischen Mittel eingesetzt werden, etwa gegen die Varroamilbe. Den Bienen muss auch mehr Honig als Nahrung gelassen werden.

Bienen sammeln auch im Raps, der mit Insektiziden behandelt wurde. Die seit den 1990-er Jahren eingesetzten Neonicotinoide schädigen nach Ansicht von Naturschützern das Nervensystem und stören den Orientierungssinn von Bienen, so dass viele nicht in ihren Stock zurückfinden. Naturschützer machen diese Mittel für den immer deutlicheren Insektenschwund verantwortlich. Dem Naturschutzbund zufolge belegen mindestens 24 wissenschaftliche Studien aus Deutschland, Großbritannien, Belgien und den Niederlanden einen massiven Rückgang der Zahl von Insektenarten und -individuen. Die Rede ist von einer Abnahme der Insekten um 75 Prozent in den vergangenen 27 Jahren in Deutschland.

dpa/mv

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