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20:17 30.08.2013
Von Minister Backhaus ausgeliehen und seither unauffindbar: Ein maigrüner Traktor (kleines Bild) wird seit Ende 2011 vermisst. Quelle: Jens Büttner/dpa, OZ / Montage: Robert Haberer

Trennung, Traktor, Turbulenzen: Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) droht juristisches Ungemach. Im Mittelpunkt steht der mutmaßlich verschwundene maigrüne Trecker seiner Ex-Geliebten Mandy Wehr. Vorläufiger Höhepunkt: Bei der Polizei in Bützow ging am Freitag eine Strafanzeige wegen angeblichen Diebstahls gegen Minister Backhaus ein. Die Anzeige liegt der OSTSEE-ZEITUNG vor. Seit November 2011 ist das landwirtschaftliche Gerät der ehemaligen Lebensgefährtin von Backhaus offenbar unauffindbar.

Der OZ liegt zudem eine eidesstattliche Versicherung des Anzeigenstellers vor. Darin heißt es, Backhaus persönlich habe sich den Traktor mit dem amtlichen Kennzeichen GÜ-F645 am 12. November 2011 „für eine Fahrt ausgeliehen und dann nicht mehr zurückgebracht“. Das Fahrzeug der Marke Deutz sei nach dem 23. November 2011 auf dem landeseigenen Gut Dummerstorf „vor dem Zugriff Dritter versteckt“ worden. Das Gut ist eine 100-prozentige Tochter der Landgesellschaft MV und untersteht damit dem Landwirtschaftsministerium. Laut Zeuge verweigerte Betriebsleiter Klaus Parr im Dezember 2011 die Herausgabe „mit dem Hinweis, Herr Dr. Till Backhaus habe ihn beauftragt, den Traktor zu sichern und an Dritte nicht herauszugeben“. Parr befindet sich zurzeit im Urlaub und war auf Anfrage nicht erreichbar.

Der Trecker ist seit Monaten Bestandteil gerichtlicher Streitigkeiten zwischen Mandy Wehr, Till Backhaus und dessen Bruder Jan, an den der Minister Ansprüche abgetreten hat. Hier ist vieles im Unklaren. Der Hamburger Anwalt der Gebrüder Backhaus, Florian Asche, erklärte in einem Schriftsatz am 9. Juli 2013, Till Backhaus habe den Trecker am 11. Juli 2008 gekauft und bezahlt und danach Mandy Wehr „quasi als Sonderbetriebsvermögen“ für die Dauer der Beziehung zur Verfügung gestellt. Frau Wehr habe „vom Kaufpreis in Höhe von EUR 25.000,00 zuzüglich Umsatzsteuer keinen einzigen Cent selbst bezahlt“. Auf OZ-Anfrage erklärte Asche weiter, sein Mandant habe niemandem etwas weggenommen. „Herr Backhaus hat keinen Diebstahl verübt.“

Die Gegenseite präsentiert hingegen Dokumente, die das Gegenteil belegen sollen. So liegt der OZ eine Bestätigung der finanzierenden Bank SDF Finance vor. Danach wurde die Restrate für den Schlepper in Höhe von 7881,14 Euro am 22. September 2009 bezahlt – und zwar vom Geschäftspartner von Mandy Wehr. Diesem seien dann die zum weiteren Verkauf notwendigen Papiere ausgehändigt worden. Am 16. Dezember 2009 veräußerte der Kompagnon den Traktor laut Kaufvertrag an Mandy Wehr für 25 000 Euro weiter – übrigens inklusive Steuern. Zur Erinnerung: Backhaus will den mutmaßlich selben Trecker bereits im Juli 2008 von demselben Verkäufer erworben haben. Dafür legt auch er einen Kaufvertrag vor; allerdings mit einer anderen Fahrgestellnummer und einem Kaufpreis in Höhe von 10 000 Euro. Der Verkäufer, der für Aufklärung sorgen könnte, hütet zurzeit Schafe in Baden-Württemberg und geht nicht ans Telefon.

Das Trecker-Wirrwarr beschäftigt inzwischen nicht nur die Polizei, sondern auch die Rostocker Justiz. Während das Oberlandesgericht Rostock über die Klage entscheiden soll, Wehr solle die Papiere des Traktors herausgeben – hierzu ist sie erstinstanzlich verurteilt worden –, klagt diese vor dem Landgericht direkt gegen den Minister auf Herausgabe des Traktors. Wörtlich heißt es in der weiteren Klageschrift: Frau Wehr „hat sämtliche Fahrzeugpapiere in ihrem Besitz und hat durch den Kaufvertrag und durch die Papiere nachgewiesen, dass sie Eigentümerin des Traktors ist“.

Die Juristen sind sich einig: Sollte dies entgegen seinen Behauptungen so sein, hätte der Minister eine Straftat begangen.

Jörg Köpke

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