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Politik Vertrauen in Parteien schwindet, aber 61 Prozent wollen Merkel
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06:57 07.09.2013
Grund zum Lächeln: Angela Merkel rangiert in der Beliebtheitsskala ganz oben. Quelle: Maurizio Gambarini/dpa
Schwerin

Peinliche Affären, gebrochene Wahlversprechen, ungelöste Probleme: Das Vertrauen in etablierte Parteien, das Fundament der Demokratie, schwindet. Gut zwei Wochen vor der Bundestagswahl am 22. September spricht mehr als ein Viertel der Wahlberechtigten in Mecklenburg-Vorpommern SPD, CDU, Linken, Grünen und FDP das Misstrauen aus. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Rostocker Meinungsforschungsinstituts Dukath im Auftrag der OZ. Befragt wurden in der Woche vor dem 3. September 811 Bürger im ganzen Land. 27,8 Prozent erklärten, sie könnten zurzeit keiner Partei vertrauen. Abgeschlagen folgen die Regierungsparteien CDU (21,2 Prozent) und SPD (20,5 Prozent).

Der Linken vertrauen 12,7 Prozent, den Grünen 7,2 Prozent, der FDP 1,8 Prozent. Piraten und Alternative für Deutschland (AfD) kommen auf jeweils 1,1 Prozent. Am meisten misstrauen die Wähler der rechtsextremen NPD. Sie erreicht 0,2 Prozent. Das massive Misstrauen der Bürger gegenüber Parteien mündet zunehmend in Wahlmüdigkeit. Bei der Landtagswahl 2011 gab nur noch die Hälfte der 1,4 Millionen Wahlberechtigten die Stimme ab – historisch niedrige 51,4 Prozent. Ergebnis: ein Heer von 700 000 Nichtwählern. Absolut holte die SPD von Regierungschef Erwin Sellering 17 Prozent.

Während Kritiker Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorwerfen, durch das Vermeiden klarer Standpunkte gezielt auf eine niedrige Wahlbeteiligung zu setzen, will SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück die Zögernden „aus dem Wartesaal“ abholen. Trotzdem erfreut sich Merkel größerer Beliebtheit. 61,4 Prozent der Befragten wollen die amtierende Kanzlerin behalten – nur 38,6 Prozent bevorzugen Steinbrück. Mit Schwarz-Gelb im Bund sind die Wähler im Nordosten unzufrieden. Nur 16,6 Prozent wollen eine Neuauflage. Favorit ist eine Große Koalition (34,6 Prozent), gefolgt von Rot-Grün (23,2 Prozent). Bei den „Exoten“ liegt Rot-Rot-Grün (12,9 Prozent) klar vor Schwarz-Grün (2,4 Prozent).

Die Parteichefs reagierten unterschiedlich. SPD-Chef Sellering gelobte Besserung. Es komme jetzt darauf an, überzeugende Antworten zu geben und Vertrauen aufzubauen. Lorenz Caffier gab sich unbeirrt. Der CDU-Chef erklärte, Angela Merkel genieße auch in MV hohes Ansehen und Vertrauen. Die Vorsitzende der Linken, Heidrun Bluhm, hält persönliche Gespräche für wichtig. In Wahlkreisen erfahre sie mit Themen wie „soziale Gerechtigkeit“ oder „Friedenspolitik“ Zuspruch. Grünen-Chefin Claudia Müller sieht den Wunsch der Wähler nach einer grünen Regierungsbeteiligung. Immerhin 25,6 Prozent der Befragten hätten für Rot-Grün oder Schwarz-Grün gestimmt.

Animierte Grafiken: Die Ergebnisse der Umfrage

Jörg Köpke

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