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Vom Busfahrer zum Staatspräsidenten Venezuelas

Caracas Vom Busfahrer zum Staatspräsidenten Venezuelas

Chavèz‘ Wunschkandidat wird sein Nachfolger: Nicolás Maduro siegte denkbar knapp vor dem Oppositionskandidaten.

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Nur hauchdünn vorn: Wahlsieger Nicolás Maduro.

Quelle: JUAN BARRETO

Caracas. Venezuelas Übergangspräsident Nicolás Maduro hat die Präsidentschaftswahl in dem lateinamerikanischen Land mit knappem Vorsprung gewonnen. Nach Angaben der Wahlbehörde erhielt Maduro am Sonntag 50,66 Prozent der Stimmen, der rechte Oppositionskandidat Henrique Capriles 49,07 Prozent. Maduro, der vom verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez zum Wunschnachfolger erklärt worden war, siegte damit weit knapper als erwartet.

Die Wahlbeteiligung lag bei fast 79 Prozent. Maduro soll am Freitag vereidigt werden. Seine Amtszeit reicht bis in das Jahr 2019. Allerdings erkennt Capriles das Ergebnis nicht an. „Der heutige Verlierer sind Sie“, sagte Capriles gestern an die Adresse Maduros gerichtet. „Wir werden das Resultat so lange nicht anerkennen, wie nicht jede Stimme gezählt wurde“, sagte er. Insgesamt habe es 3200 „Zwischenfälle“ gegeben.

Kritiker nennen Wahlsieger Nicolás Maduro (50) „eine schlechte Kopie“ seines Idols Hugo Chávez. Wie der frühere Präsident findet er den größten Rückhalt in den armen Bevölkerungsschichten Venezuelas, deren Sprache er spricht. Der einstige Busfahrer und frühere Gewerkschafter hat viel von seinem sozialistischen Lehrmeister abgeschaut — wortgewaltig nimmt er die Massen für sich ein, verfügt aber bei weiten nicht über das Charisma seines Vorgängers.

Erstmals trat der Mann mit der großen, kräftigen Statur 1992 auf die nationale politische Bühne, als er zu Protesten für die Freilassung von Chávez aufrief. Dieser saß damals wegen eines Umsturzversuchs gegen Präsident Carlos Andrés Pérez im Gefängnis. Diese Loyalität vergaß Chávez ihm nie.

Beide waren lange Weggefährten, Maduro wurde zu einem der engsten Vertrauten von Chávez. Er war Minister, zuletzt Stellvertreter des Staatschefs. „Die Republik und die Revolution sind (bei ihm) in guten Händen“, sagte Chávez im Dezember vor dem Abflug zur Krebsbehandlung nach Havanna.

Maduro besuchte die Schule bis zur mittleren Reife, spielte in einer Rockband, engagierte sich früh in sozialistischen Jugendgruppen. 1999 wurde er ins Parlament gewählt, wo er 2005 den Aufstieg zum Parlamentspräsidenten schaffte. Vor seiner Ernennung zum Vizepräsidenten im Oktober 2012 war Maduro sechs Jahre lang Außenminister. Öffentlich pries Chávez ihn damals: „Seht, was Nicolás der Busfahrer alles schafft.“

OZ

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