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Politik Wahl-Umfrage: CDU baut Vorsprung vor SPD aus, AfD legt zu
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14:12 01.07.2016
Ziel Schweriner Schloss: Im neuen Landtag dürfte es abwechslungsreicher werden. SPD, CDU und AfD wollen bei der Wahl am 4. September vorn liegen. Derzeit führt die CDU mit 25 Prozent der Wählerstimmen. Quelle: Cornelius Kettler
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Schwerin

Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern könnte mit Lorenz Caffier (61) den nächsten Ministerpräsidenten stellen. Wäre am Sonntag Landtagswahl, käme die Partei auf 25 Prozent der Stimmen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Forschungsinstituts Infratest Dimap im Auftrag von OSTSEE-ZEITUNG, NDR, Nordkurier und Schweriner Volkszeitung. Gegenüber einer Infratest-Umfrage von Ende April legt die CDU sogar um einen Prozentpunkt zu. Die SPD bliebe bei 22 Prozent. Die Alternative für Deutschland (AfD) gewinnt erneut hinzu (plus 1) und käme auf 19 Prozent der Stimmen, gefolgt von Linken (17 Prozent, plus 1) und Grünen (7 Prozent, minus 1).

Die Ergebnisse im Detail

Hier

Mit diesem Ergebnis bestätigt sich der Trend eines bevorstehenden politischen Erdrutsches, denn die SPD als führende Kraft in der Landesregierung verlöre gegenüber der Wahl 2011 mehr als 13 Prozent der Wählerstimmen. Die rechtsextreme NPD (vier Prozent) und die FDP (3) wären nicht im neuen Landtag vertreten. Infratest Dimap befragte zwischen dem 23. und 27. Juni 1002 Wahlberechtigte im ganzen Land – repräsentativ.

Wahlforscher sehen eine Zäsur in der Parteienlandschaft MVs. Das „Grundstrukturmuster seit 1998“ mit einer starken SPD, die sich den Partner aussuchen kann, werde in Frage gestellt, sagt Politologe Martin Koschkar von der Universität Rostock. Die Reaktionen zur Umfrage sind entsprechend. Euphorisch ist AfD-Sprecher Leif-Erik Holm. Die SPD sei „fast eingeholt“, die CDU „in Reichweite“. Sogar eine Regierungsbeteiligung hält er für möglich: Als stärkste Fraktion würde die AfD die CDU „zu Gesprächen einladen“, sagt er. Erster wolle aber die CDU selbst werden, so Lorenz Caffier (CDU). Die Umfrage sei nur „Momentaufnahme“.

Erwin Sellering (SPD) rechnet trotz des Verlustes seiner Partei mit einem „Kopf-an-Kopf-Rennen“ gegen die CDU um Platz eins. Was ihn freue: Trotz Rückstands will eine Mehrheit der Befragten (51 Prozent) die SPD weiter an der Spitze der Landesregierung sehen.

Schmallippig reagierte Linken-Spitzenkandidat Helmut Holter, der „eine stabile Ausgangsbasis für einen leidenschaftlichen Wahlkampf“ sieht. 2011 holte die Linke noch 18,4 Prozent der Stimmen. Über ein „stabiles Niveau“ freut sich Jürgen Suhr (Grüne). Die Große Koalition sehe er weiterhin auf dem absteigenden Ast. FDP-Landeschef René Domke betrachtet seine Partei als „Alternative zum Stillstand“. Die nur drei Prozent in der Umfrage seien eine „Herausforderung“. Udo Pastörs (NPD) betont den „historisch höchsten Umfragewert“ seiner Partei vor einer Landtagswahl in MV.

Für Koalitionen zeichnen sich rein rechnerisch drei Möglichkeiten ab: Schwarz-Rot, Rot-Rot-Grün – oder eine Regierung aus CDU und AfD. Letzteres hat CDU-Chef Caffier wiederholt ausgeschlossen.

Frank Pubantz

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Laden Sie hier die aktuelle Studie von infratest dimap im Auftrag der OSTSEE-ZEITUNG als PDF herunter.

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