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Politik Zu wenig Lehrer: Koalition plant „Buschprämie“
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10:24 15.10.2016
Unterricht in einer 5. Klasse: In Mecklenburg-Vorpommern werden in kommenden jahren Hunderte Lehrer fehlen. SPD und CDU wollen ein Modell-Projekt mit höheren Anreizen für Pädagogen in ländlichen Regionen schaffen. Quelle: Marijan Murat
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Schwerin

Bei der Suche nach dringend benötigten Lehrern will die Landesregierung künftig eine Art „Buschprämie“ ausloben. Neben einer Gehaltszulage von mehreren hundert Euro im Monat ist geplant, Pädagogen Kita-Plätze für ihre Kinder, vergünstigte Baugrundstücke oder Wohnungen anzubieten, um sie in strukturschwache Regionen zu locken. Ab 2020 fehlen landesweit pro Jahr Hunderte Lehrer.

Mathelehrer gesucht für Anklam, 300 Euro mehr Gehalt, Kita-Platz und Wohnraum vorhanden. „So in etwa könnte ich mir das vorstellen“, sagt Mathias Brodkorb, SPD-Fraktionschef im Landtag. Das Land müsse dringend das Problem des Fachkräftemangels anpacken. Mehr als die Hälfte der Lehrer ist über 50 Jahre alt, an Unis in MV bleiben viele Studienplätze fürs Lehramt frei. „Leider werden Dorfschulen von vielen Berufsanfängern als wenig attraktiv empfunden“, sagt CDU-Fraktionschef Vincent Kokert. In Modellregionen solle nun geprüft werden, „welche Anreize die Attraktivität ländlicher Schulstandorte erhöhen“.

Die Idee kommt an. „Wir sind offen“, sagt Andreas Wellmann, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetags MV. Er rät: „Man sollte zunächst die Zielgruppe ansprechen und fragen, was Lehrern überhaupt wichtig ist.“ Vermutlich nicht Bauland, sondern eher die Anzahl der Arbeitsstunden. Weniger Arbeitsbelastung für alle Lehrer fordert Annett Lindner, Chefin der Lehrergewerkschaft GEW. „Natürlich brauchen wir Lehrkräfte vor Ort, und dann müssen wir Anreize schaffen“, sagt sie.

Frank Pubantz

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