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Polizei lässt Skelettreste im Teich liegen

Wasdow Polizei lässt Skelettreste im Teich liegen

Jäger findet bei Gnoien Menschenknochen / Beamte nehmen nur zwei Schädel mit

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Liegen gebliebener Hüftknochen.

Quelle: T. Bengelsdorf/nordkurier

Wasdow. Ermittlungspanne bei der Polizei im Landkreis Rostock: Bei der Bergung von menschlichen Skelettteilen aus einem Teich in der Nähe von Gnoien ließen die Beamten Knochen liegen. Erst als das durch Medienberichte bekannt wurde, kehrten sie zurück, um auch noch den Rest zu holen. Unterdessen stehen Ermittler und Anwohner vor einem Rätsel: Niemand weiß, wer die beiden Toten waren und wie sie ums Leben kamen.

Vergangenen Mittwoch entdeckte ein Jäger in einem abgelegenen Teich zwischen den Dörfern Wasdow und Bobbin zwei menschliche Schädel. Der Pegel des etwa 10 mal 20 Meter großen Tümpels war extrem stark gesunken und hatte offenbar die Knochen freigegeben. Das berichtet der Jäger, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, der OZ. Er rief einen Bekannten an, der in Rostock bei der Kripo arbeitet. Der wiederum alarmierte die Beamten der zuständigen Polizeiinspektion Güstrow. Erst kam ein Streifenwagen zum Fundort, später rückten Spezialisten vom Kriminaldauerdienst an. Die Schädel nahmen sie mit, andere Knochen blieben liegen.

Die entdeckte ein paar Tage später der Jäger, der noch einmal am Tümpel vorbeischaute. Diesmal wandte er sich an eine Zeitung. Nachdem der „Nordkurier“ berichtet hatte, holten die Polizisten auch noch die übrigen Knochen ab.

„Wir werten intern aus, wie das passieren konnte“, sagt Sprecherin Kristin Hartfil von der Polizeiinspektion Güstrow. Mögliche Erklärungen gebe es einige: Es war gegen 21 Uhr und schon ziemlich dunkel, als die Kripo-Spezialisten am Teich eintrafen. Mit ihren Taschenlampen hätten sie auf dem morastigen Untergrund wohl nicht alles gesehen. Außerdem lagen Äste herum, die den braun verfärbten Knochen ähnlich sehen. Die Stelle war obendrein auch noch schwer zugänglich. Aber warum sind die Beamten nicht am nächsten Tag, bei besserem Licht, wiedergekommen? Das werde man in der Tat untersuchen müssen, meint Kristin Hartfil.

Zu welchen Personen die geborgenen Knochen gehörten, ist unbekannt. Laut einer ersten Schätzung der Polizei sollen die Schädel und Skelettreste etwa 20 Jahre alt sein. Genaueres soll die Obduktion in der Rechtsmedizin Rostock ergeben, Ergebnisse werden für kommende Woche erwartet.

Der Jäger geht davon aus, dass es ein Mann und eine Frau waren, das will er am Knochenbau erkannt haben. In dem weiblichen Schädel sei ein großes Loch gewesen, „wie mit dem Hammer reingeschlagen“.

Seine Vermutung: „Die wurden hier entsorgt.“ Dass die Toten aus den umliegenden Dörfern stammten, sei unwahrscheinlich, „hier fehlt keiner“. Der Waidmann glaubt auch nicht, dass es sich um Leichen aus dem Zweiten Weltkrieg handelt. Dagegen spricht seiner Meinung nach, dass eine Frau dabei war. Mario Lenkeit, Besitzer des einen Kilometer entfernten Gutshauses Bobbin, hat den Leichenfund in seiner Nachbarschaft gut verkraftet. „Gruselig ist, wie die Polizei gearbeitet hat“, sagt er. Es sei unbegreiflich, dass die Beamten den Fundort nicht einmal mit Absperrband gesichert hätten.

Gerald Kleine Wördemann

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