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MV aktuell Polizei wirft Hansa-Offiziellen Mitwisserschaft vor
Nachrichten MV aktuell Polizei wirft Hansa-Offiziellen Mitwisserschaft vor
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13:02 15.08.2017
Rostocker Anhänger verbrennen Hertha-Utensilien auf der Südtribüne. Quelle: Andy Bünning
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Rostock

Nach Ausschreitungen während des DFB-Pokalspiels zwischen dem FC Hansa Rostock und Hertha BSC Berlin (0:2) erhebt die Polizei Vorwürfe gegen den Rostocker Verein. Ein 2014 gestohlenes Hertha-Banner von 30 mal zwei Metern, dass zu Beginn der zweiten Halbzeit in Brand gesetzt wurde, sei unter bislang ungeklärten Umständen ins Ostseestadion gelangt.

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Trotz eines Großaufgebots und vorheriger Hinweise ist es beim DFB-Pokal in Rostock zur Eskalation gekommen. Die Beamten fragen: Wie kam das Hertha-Banner ins Ostseestadion? Die Vereinsführung distanziert sich von den gewaltbereiten Anhängern.

DFB ermittelt nach Ausschreitungen

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes hat nach den Fan-Krawallen am Montagabend in Rostock Ermittlungen gegen den FC Hansa Rostock und Hertha BSC aufgenommen. Das teilte der DFB am Dienstag in Frankfurt/Main mit.

Die Polizei sei vor dem Spiel informiert worden, dass das Banner von Hansa-Anhängern auf der Südtribüne ausgerollt werden solle, hieß es in einer Mitteilung in der Nacht zu Dienstag. Daher sei der Bereich  gründlich durch auswärtige Order und Polizeikräfte durchsucht worden – allerdings ohne Erfolg. „Somit liegt die Vermutung nahe, dass das Banner über vereinseigene Strukturen und mit Wissen von Vereinsoffiziellen ins Stadion gelangen konnte“, erklärte Michael Ebert, Leiter der Polizeiinspektion Rostock.

Vorstandschef Marien: „20 bis 50 Vollidioten“

Rostocker und Berliner Vereinsführungen distanzierten sich von den gewaltbereiten Fans. „Wir halten bis zur 74. Minute ein grandioses 0:0. Dann ist es 20 bis 50 Vollidioten anscheinend wichtiger, das eigene Wohnzimmer, das Ostseestadion, abzufackeln, anstatt die Mannschaft zu unterstützen“, erklärte Hansas Vorstandschef Robert Marien nach einem Erstrunden-Spiel, das als Schande und zugleich als Warnung in die Geschichte des DFB-Pokals eingeht.

„Das sind Handlungen, die niemand in einem Fußballstadion haben will. Deshalb wird es ein Thema sein, das Vereine, Verbände und die Fanlager in den nächsten Wochen beschäftigen wird“, erklärte Hertha-Manager Michael Preetz.

Hansa-Chef Marien beschrieb die Ohnmacht der Verantwortlichen, die sich nach dem Eklat mehr als bisher breitmachte. „Da wird im Bereich der Kontrolle alles getan, was getan werden kann. So etwas kann man sicher nur gesamtgesellschaftlich lösen, nicht allein als Drittligist.“ Der FC Hansa war gerade vom DFB-Sportgericht wegen diverser Vorfälle auf den Tribünen zu zwei Auswärtsspielen ohne Fans verurteilt worden, spielte zudem auf Bewährung.

Im Anschluss an die Partie blieb es ruhig. Die rund 900 per Sonderzug aus Berlin angereisten Gästefans hätten diesen wieder bestiegen und die Stadt verlassen, sagte ein Bundespolizeisprecher. Dabei sei noch zwei Mal die Notbremse des Zuges gezogen worden, ausgestiegen sei aber niemand mehr.

Rund 1400 Beamte im Einsatz

Insgesamt sei der Abzug der Berliner Fans ruhig verlaufen, sagte er. Auch im Umfeld des Rostocker Ostseestadions sei es während der Abreise der Gästefans ruhig geblieben, sagte eine Sprecherin der Rostocker Polizei. Rund 1400 Beamte aus mehreren Bundesländern seien im Einsatz gewesen.

Das als Risikopartie eingestufte Spiel hatte zwei Mal unterbrochen werden müssen, nachdem zunächst Hertha-Anhänger und später Rostocker Ultras Pyrotechnik abgebrannt hatten. Zwischenzeitlich habe ein Spielabbruch im Raum gestanden, hieß es.

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