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MV aktuell Poller-Posse: Wiecker Brücke bald dicht?
Nachrichten MV aktuell Poller-Posse: Wiecker Brücke bald dicht?
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03:33 17.07.2013
Mitarbeiter der Greifswalder Firma Innovent bauen den 800 Kilogramm schweren Stahlstempel von der Wiecker Brücke ab. Quelle: Peter Binder

Greifswald — Dem Super-Poller auf der berühmten Wiecker Klappbrücke droht das Aus: Nachdem der neue und angeblich unzerstörbare Stahlstempel, der illegale Fahrten über die Brücke verhindern soll, wegen eines Unfalls repariert werden muss, fordern Politiker, die Überführung für Autos zu schließen. „Wir müssen darüber nachdenken, die Brücke dichtzumachen“, sagt Axel Hochschild, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Greifswalder Bürgerschaft. Er betont: „Die Stimmung in der Bevölkerung kippt. Viele fragen sich, warum die Brücke nicht geschlossen wird.“

In dieselbe Kerbe haut Torsten Hoebel, Fraktionschef der FDP: „Wenn da wieder jemand nur leicht gegengefahren ist und die Technik das nicht ausgehalten hat, ist das Ende der Fahnenstange erreicht“, sagt der Kommunalpolitiker. Sollte sich der Verdacht bestätigen, sei eine komplette oder eine Teil-Sperrung unumgänglich, betont Hoebel. Nur für Feuerwehr und Krankenwagen soll die Überführung geöffnet bleiben.

Hintergrund: Die Stadt will mit dem Poller alle Schwarzfahrer ausbremsen. Die denkmalgeschützte Klappbrücke darf lediglich mit einer kostenpflichtigen Sondergenehmigung passiert werden. An dem Poller kam es jedoch bisher zu 31 Unfällen, weil Autofahrer versuchten, die Brücke unerlaubt zu überqueren.

Die Schwarzfahrer warten, bis ein Auto mit Berechtigung den absenkbaren Stempel passiert, und rauschen hinterher. Das funktionierte früher mal. Der neue Poller kommt jedoch sofort hoch — und rammt sich in den Unterboden der Autos.

Die Reparaturkosten für den Stahlstempel schossen dadurch in die Höhe. Die insgesamt 120 000 Euro teure Super-Poller- Anlage sollte das Problem nun beheben. Sie wurde Ende Mai eingebaut und galt als unkaputtbar. Das Gerät hielt jedoch nicht einmal sechs Wochen.

Grünen-Fraktionschef Stefan Fassbinder ärgert sich über die Kosten: „Sie stehen nicht im Verhältnis zu dem, was wir erreichen wollen.“ Ein Super-Poller, fünf Ampeln, sechs Schilder, drei Kameras. „Es ist ein Unding, was da seit zwei Jahren passiert“, sagt Fassbinder. Seine Lösung: „Wir sollten nicht immer mehr Technik einführen, sondern Personal einstellen.“ Von den bisherigen Ausgaben hätte die Stadt jemanden für drei Jahre beschäftigen können.

Bei einer Brücken-Schließung droht weiterer Ärger. Die rund 900 Autofahrer aus Ladebow und Wieck wehren sich dagegen, von der Stadt abgeschnitten zu werden. Sie müssten einen Umweg von rund elf Kilometern antreten. „Ich halte das im Moment für zumutbar“, sagt Hoebel. Die SPD hält am Super-Poller fest. „Jetzt haben wir ihn, jetzt müssen wir mit ihm leben“, sagt Fraktionsmitglied Norbert Braun. Nächste Woche soll der Poller wieder eingebaut werden.

Die Leidensgeschichte der Poller
1991 ist der erste Stahlstempel auf der Wiecker Brücke bei Greifswald errichtet worden. Er hielt 20 Jahre lang. Der Nachfolger des ersten Pollers überlebte nicht einmal einen Tag. Ein Autofahrer überfuhr die rote Ampel und zerstörte ihn. Die Leidensgeschichte begann. Trotz vieler Hinweisschilder versuchten Autofahrer immer wieder, die Brücke unberechtigt zu passieren. Das Ergebnis: 31 Unfälle und acht verschlissene Poller.

André Wornowski

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