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MV aktuell Polnischer Historiker stellt Buch zu Vertreibungen vor
Nachrichten MV aktuell Polnischer Historiker stellt Buch zu Vertreibungen vor
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07:06 07.09.2013
Greifswald

Im 20. Jahrhundert wurden in Europa rund 80 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben, viele sogar mehrfach. Das erste Gesamtwerk zu diesem Thema in deutscher Sprache („Die Verjagten“) stellt der polnische Historiker Jan M. Piskorski am kommenden Montag in Greifswald vor.

In seinem Werk verknüpft Piskorski historische Fakten mit Schicksalen einzelner Menschen. Dabei kommen unter anderen Polen, Russen, Serben, Juden und auch Deutsche zu Wort. „Es war vor allem vor und nach 1945 eine Völkerwanderung nach Westen“, sagte Bärbel Saß, Leiterin der Deutsch-Polnischen Gesellschaft MV. So seien viele Polen mehrfach umgesiedelt.

In seinem rund 340 Seiten starken Buch geht der Wissenschaftler von der Universität Stettin auf Vertreibungen auf dem Balkan, in der Sowjetunion und während der beiden Weltkriege in Europa ein.

Nach seiner Auffassung hat die internationale Gemeinschaft bis in die Gegenwart keine Lösung der zweifellos komplizierten Flüchtlingsproblematik gefunden.

Piskorski zufolge gibt es auch heute noch erhebliche Lücken im Wissen vom „Dritten Reich“. Das habe eine gewaltige Wirkung auf die Deutschen gehabt, wie die Vorfälle bei Kriegsende im pommerschen Demmin zeigten. Offiziere der Roten Armee waren beim Einrücken von jungen Fanatikern erschossen worden. Das russische Militär reagierte brutal: Rund 1000 Menschen kamen ums Leben, die meisten durch Selbstmord — ein laut Piskorski beispielloser Vorgang in Deutschland.

Der 1956 geborene Historiker ist selbst Sohn eines Vertriebenen. In seiner Heimatstadt Stettin (Szczecin) wurde nach Kriegsende 1945 fast die gesamte deutsche Bevölkerung vertrieben, dafür wurden Polen angesiedelt. Winfried Wagner

OZ

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