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Preisabsprache:Wurstkartell droht Millionen-Buße

Rostock Preisabsprache:Wurstkartell droht Millionen-Buße

Firmen aus MV bestreiten eine Beteiligung, befürchten aber einen Image-Schaden.

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Ein Image-Schaden für die Branche ist zu erwarten.“Tobias Blömer, Geschäftsführer von „Die Rostocker“

Rostock. Sie sollen sich auf Kosten der Verbraucher bereichert haben: Das Bundeskartellamt ermittelt gegen Deutschlands Wurstfabrikanten. Der Vorwurf: illegale Preisabsprachen. Dafür sollen sie nun mit Bußgeldern in dreistelliger Millionenhöhe bezahlen, berichtet das Magazin „Der Spiegel“. Nach vierjähriger Ermittlung verschicke das Bundeskartellamt demnächst entsprechende Bescheide.

Am Wurstkartell beteiligt sein sollen nahezu alle namhaften Fabrikanten im Bundesgebiet. Ob auch Firmen aus Mecklenburg-Vorpommern unter den Beschuldigten sind, will das Bundeskartellamt nicht preisgeben. Nur so viel: „Das Verfahren richtet sich gegen gut zwei Dutzend Unternehmen bundesweit“, bestätigt Behördensprecher Kay Weidner. Die Ermittlungen laufen bereits seit 2009. Damals hatte sich das Verfahren zunächst gegen 19 Beschuldigte gerichtet. Ein anonymer Tippgeber habe die Wettbewerbshüter auf die Spur gebracht, berichtet „Der Spiegel“. Es folgten Untersuchungen bei der Firma Heinrich Nölke (Gutfried), die belastendes Material gegen weitere Fabrikanten offenbart hätten.

Unternehmer in Mecklenburg-Vorpommern bestreiten eine Kartellbeteiligung, doch auch für sie dürfte es angesichts der Vorwürfe um die Wurst gehen. „Ein Image-Schaden für die Branche ist wohl zu erwarten. Wie groß dieser sein wird und wie dem entgegen gewirkt werden kann, können wir noch nicht abschätzen“, erklärt Tobias Blömer, Geschäftsführer der „Die Rostocker“ Wurst- und Schinkenspezialitäten GmbH. „Es werden möglicherweise Betriebe in Mitleidenschaft gezogen, die sich an solchen Aktionen niemals beteiligen würden“, befürchtet auch Andrea Langner, Geschäftsführerin der Pommernland Fleisch- und Wurstwaren GmbH mit Sitz in Stavenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte). Dabei gebe es in MV zwischen den mittelständischen Wurstfabriken „definitiv keine Preisabsprachen“, betont die Unternehmerin.

Nicht nur mit einem Vertrauensverlust beim Verbraucher, sondern mit barer Münze müssen die Unternehmen zahlen, die sich im Wurstkartell beteiligt haben. Branchenkenner befürchten, dass Millionen-Bußen einige Firmen gar an den Rand ihrer Zahlungsfähigkeit bringen könnten. „Dass verhängte Strafgelder eine existenzielle Bedrohung Einzelner zur Folge haben, ist durchaus möglich“, vermutet Tobias Blömer. Den Unternehmen drohen laut Kartellrecht Bußgelder in Höhe von bis zu zehn Prozent des Vorjahresumsatzes.

Existenzgefährdende Strafen seien nicht im Sinne seiner Behörde, beschwichtigt Kartellamts-Sprecher Weidner. „Es wäre aberwitzig, wenn wir ein Unternehmen in die Insolvenz treiben würden.“ Die Strafen müssten aber hoch genug ausfallen, um abzuschrecken. Wie lang das Kartellverfahren noch andauert, sei offen. „Es sind noch eine Reihe von Gesprächen mit den Unternehmen zu führen. Da reicht es, dass eine handvoll Firmen mauert, und schon ist das Verfahren um Monate in die Länge gezogen.“

 

 

Antje Bernstein

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