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MV aktuell Pro und Kontra zur Zeitumstellung
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11:04 25.03.2017
Pro und Kontra: Für OZ-Redakteur Robert Haberer (links) ist die Zeitumstellung ein „echter Gewinn an Lebensqualität“. Alexander Loew, Geschäftsführender Redakteur der OZ, würde die „Umstellung am liebsten abstellen“. Quelle: Montage, Benjamin Barz
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Rostock

Sonntagfrüh wird auch in MV wieder an der Uhr gedreht: Aber ist die Zeitumstellung eigentlich sinnvoll? Ein Pro- und Kontro-Kommentar.

Pro: Ein Stück LebensgefühlVon Robert Haberer

Seit 100 Jahren tun sich die Deutschen schwer mit ihr. Erstmals eingeführt 1916 als Kriegs-Notmaßnahme zwecks Energieeinsparung und dann wieder als Reaktion auf die Ölkrise 1973 ist man zwischen Rhein und Oder – anders als etwa in Großbritannien oder Frankreich – mit der Sommerzeit nicht wirklich warm geworden. Nach aktuellen Erhebungen wollen rund drei Viertel der Bundesbürger die Zeitumstellung am liebsten abschaffen.

Dabei gibt es überzeugende Argumente für den Dreh an der Uhr: Allen Wirtschaftszweigen, die im Freien arbeiten, kommt sie zugute. Die von den Kritikern ins Feld geführten Schwierigkeiten bei der Umstellung von Fahr- und Schichtplänen oder die angeblich drohende Verwirrung komplexer Datenbanken haben sich in der Praxis als beherrschbar erwiesen. Die Belastungen durch den „Mini-Jetlag“ sind überschaubar. Ein aktueller Bericht sieht keine Hinweise auf negative gesundheitliche Effekte.

Vor allem aber eins spricht dafür, die 1996 endlich EU-weit eingeführte Sommerzeit beizubehalten: Eine Stunde mehr Helligkeit ist ein echter Gewinn an Lebensqualität. Bei Tageslicht lässt es sich besser arbeiten. Und die langen Abende laden dazu ein, draußen etwas zu unternehmen.

Kontra: Abstellen statt umstellen!Von Alexander Loew

Wer Kinder hat, wird es in den nächsten Tagen wieder erleben: Die Lütten kommen kaum aus dem Bett, sind müde, quengeln, da ihnen die Umstellung die Zeit raubt. Es dauert Tage, bis sich das normalisiert, auch bei vielen Erwachsenen. Selbst Kühe spielen verrückt, weil sie die fehlende Stunde beim Melken aus dem Takt bringt. Studien zeigen zudem: Sogar im Straßenverkehr kracht's nach dem großen Zeigerdrehen häufiger, die Autofahrer sind einfach aus dem Rhythmus.

Die Hoffnung vor Einführung der Zeitumstellung, dass diese Strom spart, (weil’s im Sommer länger hell bleibt), hat sich auch nicht erfüllt. Der Verbrauch blieb bei beiden Zeiten nahezu der gleiche. Alles klare Zeichen – die Zeitumstellung braucht keiner. Diskutiert werden kann hingegen sicherlich, welche Zeit die Bessere ist – wie es in aktuellen Internet-Debatten über die Umstellung ja lebhaft geschieht.

Nicht wenig spricht für „dauernde Sommerzeit“: Abends, wenn die meisten Menschen frei haben, ist es länger hell. Es gibt dann mehr entspannte lichte Momente. Und wenn wir schlafen, geht die Sonne nicht zu früh auf. Wäre im Juli Winterzeit, schiene sie schon um 4 Uhr ins Zimmer. Die ab morgen geltende Sommerzeit ist also durchaus symphatisch, die dauernde Umstellung allerdings nicht. Bitte abstellen!

OZ

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