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MV aktuell Probleme mit Bibern: Kreis schlägt Alarm
Nachrichten MV aktuell Probleme mit Bibern: Kreis schlägt Alarm
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11:44 27.10.2018
Wegen der zunehmenden Zahl an Bibern schlägt der Landkreis Vorpommern-Greifswald Alarm. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Greifswald

Außerdem sollten Biber außerhalb festgelegter Schutzzonen bejagt werden dürfen. Durch Einzelabschüsse und Einzelfallentscheidungen sei die Situation nicht in den Griff zu bekommen. Den Schaden, den die Boden- und Wasserverbände im Landkreis ausmachen, bezifferte Hasselmann auf einen hohen sechststelligen Betrag pro Jahr.

Der Biber gehört zu den geschützten Arten. Das sei auch gut so, sagte Hasselmann. Weil die Population des Nagers aber stabil sei, müsse er außerhalb von festgelegten Schutzzonen bejagt werden dürfen. Allein der Wasser- und Bodenverband „Untere Peene“ in Anklam hat durch Biber verursachte Schäden an Deichen und Dämmen in Höhe von rund 70 000 Euro pro Jahr ausgemacht. Dazu komme die Reparatur von Rohrleitungen, die der Verband auf 72 300 Euro beziffert. Rund 20 Prozent aller Unterhaltskosten seien durch Biber verursacht, hieß es vom Verband.

2015 rund 2300 Biber in MV

Das Umweltministerium geht einer Bestandsschätzung aus dem Jahr 2015 zufolge von landesweit 2300 Bibern aus. Hasselmann kontert: „Ich sage, es sind deutlich mehr.“ Er verwies auf Schäden an Deichen, an Bahndämmen, auf Ackerflächen und in Parkanlagen im gesamten Landkreis zwischen Penkun und Greifswald.

Das Umweltministerium wies die Forderung nach einer Landesverordnung zurück. Eine pauschale Einflussnahme auf die Biberpopulation sei durch die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht gedeckt, sagte eine Sprecherin. Sie verwies darauf, dass das Bundesnaturschutzgesetz aber in Einzelfällen - etwa zur Abwehr erheblicher landwirtschaftlicher Schäden bei fehlender zumutbarer Alternative - eine Entnahme von Tieren zulasse.

Mecklenburg-Vorpommern, Bandelstorf: An der Kösterbeck haben Biber einen dicken Baum bearbeitet, damit er umfällt und den Wasserlauf aufstaut. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Kritik an Umweltministerium

Die vorpommersche Landtagsabgeordnete Beate Schlupp (CDU) kritisierte diese Position: „Das Land zieht sich aus der Verantwortung zurück.“ Für jeden Eingriff stehe ein Landkreis vor dem Problem, dass jede Einzelfallentscheidung im Zweifel gerichtlich ausgeurteilt wird. „Das Land sollte zumindest definieren, welche Kriterien bei den Einzelfallentscheidungen angewandt werden müssen, damit die Kreise rechtssicherer sind.“

Schlupp befürchtet, dass die Unterhaltskosten, die den Wasser- und Bodenverbänden durch Biberschäden entstehen, auf die Gebühren umgelegt werden und die Kosten dafür nur einige wenige tragen müssen. In ländlichen Regionen wie Vorpommern-Greifswald seien es dieselben Menschen, die auch die Folgen der Wiedervernässung oder der Rückkehr des Wolfs tragen müssten. „Es ist so viel Frust in der Region. Die Menschen wollen Ergebnisse.“

Land verweist auf Präventionsmaßnahmen

Das Land verwies auf Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung und Entschärfung von Konflikten und entsprechende Beratungen, die auch gefördert würden. Doch die Maßnahmen liefen oftmals wie in Löcknitz ins Leere, monierte Schlupp. So habe die Beschallung der betroffenen Areale die Anwohner belastet, aber die Biber nicht gestört. „Die Praxis ist eben anders als die Theorie.“

dpa/RND

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