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Protokoll der Perversionen – das steht in Arppes Chats

Schwerin/Rostock Protokoll der Perversionen – das steht in Arppes Chats

Die Chat-Einträge von Holger Arppe sind durchzogen von Mordfantasien und anderen Widerlichkeiten.

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Die Chat-Einträge von Holger Arppe sind durchzogen von Mordfantasien und anderen Widerlichkeiten.

Quelle: OZ

Schwerin/Rostock. Rassismus und Mordaufrufe, Vergewaltigungsfantasien und Pädophilie: 12000 Seiten mit privaten Facebook-Chats des Rostocker Landtagsabgeordneten Holger Arppe sind dem NDR und der Tageszeitung „taz“ aus einer anonymen Quelle zugespielt worden. Ein Teil davon liegt auch der OSTSEE-ZEITUNG vor – und die Auszüge aus den Unterhaltungen mit Parteifreunden, anderen Landtagsabgeordneten der AfD und Gleichgesinnten zeugen von extremen Gewaltfantasien Arppes.

Die Chat-Einträge von Holger Arppe sind durchzogen von Mordfantasien und anderen Widerlichkeiten.

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Der AfD-Politiker, der gestern aus der Landtagsfraktion und auch aus der Partei austrat, fordert in einer Unterhaltung am 11. August 2015 beispielsweise Massenhinrichtungen von Sozialdemokraten und Grünen, den Umsturz des demokratischen Systems: „Da muss man einfach ausrasten und erstmal das ganze rot-grüne Geschmeiß aufs Schafott schicken. Und dann das Fallbeil hoch und runter, dass die Schwarte kracht.“ Und weiter: „Wir müssen ganz friedlich und überlegt vorgehen, uns ggf. anpassen und dem Gegner Honig ums Maul schmieren. Aber wenn wir endlich soweit sind, dann stellen wir sie alle an die Wand.“

Doch seine Gewaltfantasien gehen sogar noch weiter, noch extremer: „Dann besaufen wir uns hemmungslos und pissen alles voll. anschließend laden wir uns einen Stricher ein, vergewaltigen ihn und essen danach seine Leiche auf“, schrieb Arppe am 16. Februar 2012 an einen Bekannten. Auch einem ehemaligen Geschäftspartner will Grausamkeiten antun: „Vielleichten sollten wir Rs Mutter entführen, sie brutal vergewaltigen lassen von einem wilden Schimpansen und ihm dann jeden Tag einen Finger zuschicken.“ Auch über ein ehemaliges AfD-Mitglied in der Rostocker Bürgerschaft äußert er sich obszön. Die Frau hatte der AfD den Rücken gekehrt und sich der neuen Partei von AfD-Gründer Bernd Lucke, „Alfa“, angeschlossen. Arppe schreibt am 20. August 2015 über die Rostocker Kommunalpolitikerin: „Ich kämpfe für pränatale Diagnostik, damit so was wie Schweinitz rechtzeitig abgetrieben werden kann.“

Selbst Sex mit Kindern ist für Arppe laut der Chat-Protokolle kein Tabu: In einer Unterhaltung am 13. Oktober 2011 fantasiert er über „eine riesige F ... orgie vor dem Südstadtcenter“ in Rostock.

Unter anderem schreibt er: „Auf so ’ner Springburg kann man schön f . . .“ Damit nicht genug: „Dann wollen die Kinder alle mitspielen.“ Es folgen Beschreibungen von Analverkehr mit Zehnjährigen.

Die Protokolle scheinen auch eine Verbindung Arppes zum Rostocker Bürgerschaftsmitglied Jan Hendrik Hammer zu belegen. Gegen Hammer ermittelt die Bundesanwaltschaft. Sie wirft dem Rechtsanwalt und Fraktionsmitglied der Freien Wählergruppe UFR die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Hammer selbst hatte die Vorwürfe gegenüber der OZ als haltlos zurückgewiesen. Im Oktober 2015 – da war Hammer noch FDP-Mitglied – schreibt Arppe bei Facebook: „Wir waren gerade zum Grillen bei dem Bürgerschaftskollegen von der FDP. Der Typ würde perfekt in unsere Reihen passen.“

Hammer äußerte sich gestern auf OZ-Anfrage nicht zu den Chat-Protokollen und zu Treffen mit Arppe.

Weitere Chats, die der „taz“ vorliegen, sollen zudem Beziehungen Arppes zur rechtsextremen „Identitären Bewegung“ belegen. So habe Arppe bei Daniel F., einem führenden Kopf der Szene, unter anderem um Ordner für eine AfD-Demo gebeten. An den Chats mit Arppe sollen zwei weitere Landtagsabgeordnete der AfD sowie mindestens ein Kreistagsmitglied des Landkreises Rostock beteiligt sein. Das erfuhr die OZ aus Partei- Kreisen.

In der Landes-AfD fliegen nun die Fetzen: Auch von Bernhard Wildt, Co-Vorsitzender der MV- AfD, tauchten angeblich bloßstellende Chats auf, offenbar in Umlauf gebracht vom rechten „Höcke-Flügel“, dem Arppe angehörte. „Wenn wir stärkste Fraktion werden, werden die Arschlöcher von den anderen Parteien blöd gucken ( ) Dann rate ich jedem von uns zur Bewaffnung“, heißt es in einer Whatsapp-Nachricht. Wildt bestätigt, sie geschrieben zu haben. Es sei so gemeint gewesen: Wäre die AfD bei der Landtagswahl stärkste Partei geworden, hätte sie sich wegen des Drucks ihrer Gegner „warm anziehen müssen“. Er habe nicht zu Gewalt aufrufen wollen. Wildt gehört zum „Anklamer Kreis“, der zum „Petry-Flügel“ zählt.

Andreas Meyer und Gerald Kleine Wördemann

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