Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Psychiater entschuldigen sich für NS-Verbrechen
Nachrichten MV aktuell Psychiater entschuldigen sich für NS-Verbrechen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
04:02 07.03.2013

„Viele Psychiater waren nur allzu leicht bereit, ihre Patienten einem höheren, kaum hinterfragten Wissenschaftsideal zu opfern“, sagte Frank Häßler, Direktor der Rostocker Universitätsklinik für Psychiatrie im Kindes- und Jugendalter, gestern vor rund 1400 Wissenschaftlern beim Jahreskongress der Gesellschaft in Rostock.

In „Kinderfachabteilungen“ der Krankenhäuser wurden die Opfer mit Tabletten oder Injektionen getötet — oder man ließ sie verhungern. Etwa 4000 Kinder wurden den Forschungen zufolge in die Gaskammern geschickt. Ihre Gehirne und ihr Rückenmark wurden teilweise für wissenschaftliche Zwecken genutzt. Zum Kongress gab die Gesellschaft ein 28-seitiges Memorandum heraus. Damit soll der Opfer gedacht und ihnen ihre Identität und Würde zurückgeben geben. Häßler: „Es ist beschämend, dass knapp 70 Jahre ins Land gehen mussten, bis es zu diesem Memorandum gekommen ist.“ Es gab zwar viele Einzelaktivitäten, aber keine Erklärung zur gesellschaftlichen Verantwortung.

Nach Worten des Rostocker Psychiaters Ekkehardt Kumbier ist es durchaus wahrscheinlich, dass die Zahl der von Psychiatern zu verantwortenden Opfer noch größer ist. Viele Kliniken seien mit der Bitte um Kenntnisnahme in die alten Archive angefragt worden. So sei auch die Zahl dieser „Kinderfachabteilungen“ weiter unklar, derzeit seien mehr als 30 bekannt.

OZ

Unbekannte haben eine Schule in Demmin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) mit einem Hakenkreuz beschmiert.Zentimeter große Symbol wurde mit schwarzer Farbe an die Rückwand des Gebäudes gemalt, wie eine Polizeisprecherin gestern sagte.

07.03.2013

Nach monatelanger Restaurierung in Wien ist der Flügel von Luise Reuter, der Ehefrau des in Stavenhagen geborenen niederdeutschen Dichters Fritz Reuter, nach Eisenach zurückgekehrt.

07.03.2013

Peer Steinbrück empfiehlt sich dem Wahlvolk als Politiker, der sagt, was er denkt, und die Dinge beim Namen nennt. Für zwei Tage ist der SPD-Kanzlerkandidat jetzt in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs.

Arnold Petersen 07.03.2013
Anzeige