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Radwege-Gipfel: Land will kräftig investieren

Rostock Radwege-Gipfel: Land will kräftig investieren

Marode Wege und miese Ausschilderung nerven Radler

Rostock. Jetzt macht das Land Ernst beim Radwegebau: Ende Juni lädt das Infrastrukturministerium, das seit der Landtagswahl 2016 für sämtliche Fahrradwege – touristische wie auch straßenbegleitende – zuständig ist, zum Radwege-Gipfel. An dem „Werkstattgespräch“ in Rostock sollen Vertreter von Land, Kommunen und Verbänden teilnehmen und Verantwortlichkeiten geregelt werden.

Für Touristen ist Rad fahren die wichtigste Urlaubsaktivität, vier von zehn Feriengästen im Nordosten schwingen sich in den Sattel, erklärt Tobias Woitendorf, Sprecher des Landestourismusverbandes.

„Es gibt aber einen Sanierungsstau auf vielen Radwegen, der Bedarf ist erheblich“, sagt er. Beim Radwege-Gipfel müssten Weichen neu gestellt und die Kommunen stärker in die Pflicht für die Wege-Pflege genommen werden, fordert Woitendorf. Die Idee, 2018 zum Themenjahr Radtourismus für MV zu machen, sei wegen der schlechten Infrastruktur wieder verworfen worden.

Denn: Große Löcher im Radwegenetz von Mecklenburg-Vorpommern lassen den Nordosten in der Gunst der Touristen abrutschen. Gehörte das Land zwischen Elbe, Oder und Ostsee lange zu den beliebtesten Radreiseregionen in Deutschland, so fiel es 2016 von Platz drei auf Platz sieben, wie Martin Elshoff, Landesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), kritisiert. Die Rangliste gehe aus Umfragen des ADFC-Magazins hervor.

Grund für das sinkende Radfahr-Image seien zunehmend kaputte, verwitterte oder zugewucherte Fahrradwege, Sperrungen, Umleitungen für Radler über Straßen sowie eine „wilde“, teils sinnlose Beschilderung. „Auf vielen Wegen macht es einfach keinen Spaß mehr zu fahren“, sagt Elshoff. Die Sorgenkinder seien die touristischen Fernradwege, allen voran die Route entlang der Ostseeküste.

Jüngstes Beispiel: die Sperrung des Radwegs an der Wohlenberger Wiek östlich von Boltenhagen (Nordwestmecklenburg).

Laut einer Untersuchung sind rund ein Viertel der Strecken auf den vier wichtigen Fernradwegen im Land – Ostseeküsten-, Berlin-Kopenhagen-, Mecklenburger Seen- und Oder-Neiße-Radweg – in einem gefährlich schlechten Zustand.

„Völlig unklar ist, was es kostet, das Radwegenetz auf Vordermann zu bringen“, betont Elshoff. Er schlägt vor, den „am wenigsten schlechten“ Fernradweg Berlin-Kopenhagen als ersten zu reparieren. Das sei bis 2018 mit wenig Aufwand zu schaffen.

Laut Ministerium müssten die Gemeinden für den Erhalt der touristischen Radwege – nicht der an Kreis-, Land- und Bundesstraßen – sorgen. Dafür stünden vom Land 2017 bis 2020 jährlich 3,25 Millionen Euro Fördermittel bereit. Außerdem sollen in Radwege an Landesstraßen aus dem sogenannten Lückenschlussprogramm bis 2021 jedes Jahr fünf Millionen Euro investiert werden. „Ein Tropfen auf den heißen Stein“, meint Elshoff.

Grit Büttner

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