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Rätselhafter Typ: Buckelwal macht sich rar

Lauterbach Rätselhafter Typ: Buckelwal macht sich rar

Anders als seine Artgenossen taucht der Riese vor Rügen sehr selten aus den Wellen / Wie gut es dem Säuger geht, ist unklar

Lauterbach. Der Ostsee-Buckelwal vor Rügen gibt Wissenschaftlern Rätsel auf. Obwohl der Säuger wohl mindestens zehn Meter misst und dazu mehrere Tonnen wiegt, ist er schwer zu entdecken. Anders als seine Artgenossen springt er offenbar nur extrem selten aus den Wellen. Bei Wassertiefen von stellenweise nur vier Meter könnte es ihm im Greifswalder Bodden für große Kunststücke zu flach sein, sagt Michael Dähne vom Meeresmuseum in Stralsund. Allerdings schwimme der Säuger – ungewöhnlich für Buckelwale – anscheinend auch kaum an der Wasseroberfläche und legt lieber lange Tauchphasen ein. „Vielleicht weicht er der Schifffahrt aus oder hat Vorschäden“, mutmaßt Dähne. Gerade um Letzteres zu erkennen, sind die Meeresbiologen auf Fotos und Videos angewiesen.

 

OZ-Bild

Der Buckelwal im Greifswalder Bodden

Quelle: Katja Zühl-Benz

„Jedes Bild hilft uns weiter“, sagt Dähne. Bislang seien 17 Sichtungen beim Meeresmuseum gemeldet worden.

Die Forscher selbst hatten am Mittwoch zum ersten Mal Glück. Sie konnten den Wal an einer tiefen Stelle östlich der Insel Vilm beobachten, wenn auch nur kurz. Bei fünf vorherigen Fahrten, die die Wissenschaftler in Kooperation mit dem Bundesamt für Naturschutz und dem Biosphärenreservat Südost-Rügen machten, zeigte sich der Wal nicht. Auch vorgestern hielt das Tier mehr als 500 Meter Abstand zum Boot und war so schnell verschwunden wie zuvor aufgetaucht. Deshalb wissen Dähne und seine Kollegen nach wie vor nicht, wie fit und gesund der Buckelwal ist. Erkennen könne man das am besten im Bereich hinter der Rückenflosse. Ist der rund, ist der Wal gut genährt. Fällt er ein, geht’s ihm schlecht, erklärt Michael Dähne.

Dass der Buckelwal sich so außergewöhnlich verhält, verwundert auch Meeresmusems-Direktor Harald Benke. Und er muss es wissen, denn als Walforscher hat er bereits Hunderte Buckelwale weltweit beobachten können. Benke hofft, dass das Tier bald den Weg aus dem Greifswalder Bodden findet. „Buckelwale müssen im Sommer Reserven für den Winter anlegen. Der Buckelwal findet derzeit im Greifswalder Bodden vermutlich genug Nahrung. Ob diese für den langen Winter reicht, ist zumindest fraglich.“ Sichtung melden: per Mail an michael.daehne@meeresmuseum.de oder unter ☎ 0173/ 9688 267

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