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MV aktuell Rechte kontra Flüchtlinge: Negativschlagzeilen für Rostock
Nachrichten MV aktuell Rechte kontra Flüchtlinge: Negativschlagzeilen für Rostock
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00:00 06.08.2016
Der Rostocker Stadtteil Groß Klein. Quelle: Frank Söllner

Die Vorgänge um die Flüchtlingsunterbringung im Rostocker Stadtteil Groß Klein sorgen bundesweit für Schlagzeilen. Nach Auseinandersetzungen mit rechten Gruppen wurden minderjährige Flüchtlinge wegen Sicherheitsbedenken in andere Stadtteile verlegt, und auf ein geplantes Wohnprojekt für Familien wurde ganz verzichtet (die OZ berichtete).

Das Nachrichtenportal spiegel online stellt etwa die Frage, „warum die Kinder und Jugendlichen aus Syrien in Groß Klein untergebracht wurden – wenn die Polizei das bereits im Oktober vergangenen Jahres als zu gefährlich ansah“. Der frühere Rostocker Ausländerbeauftragte Wolfgang Richter wird zitiert: „Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Stadt so schnell kapituliert hat.“

Die Berliner „tageszeitung“ widmete Groß Klein eine ganze Schwerpunktseite und fragt mit Blick auf den zuständigen Rostocker Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke): „Ausgerechnet ein linker Senator kuscht also gegenüber dem rechten Mob, der gegen Flüchtlinge pöbelt?“ Bockhahn rechtfertigt sich in einem Interview: Er müsse das Wohl der Flüchtlinge im Fokus haben.

Ähnlich äußert sich Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) zu den Medienreaktionen: „Die wichtigste Aufgabe der Hansestadt ist es, ihr anvertraute Kinder und Jugendliche zu schützen. Dies werden wir auch weiterhin in vollem Umfang sichern.“

Rostock sei hilfsbereit und weltoffen, betont der OB. „Das haben die letzten Monate eindrucksvoll bewiesen, als Tausende Übernachtungen für Flüchtlinge organisiert werden mussten und eine Welle der Hilfsbereitschaft durch die Rostocker Bevölkerung ging. Dieses Bild von Rostock sollten wir nicht durch einzelne Unbelehrbare beschädigen lassen.“

Auch die Vorsitzende des Flüchtlingsrats MV, Ulrike Seemann-Katz, betont: „Man kann nicht pauschal sagen, Rostock oder Groß Klein seien ausländerfeindlich.“ Es gebe dort wie im ganzen Land viel Unterstützung für Flüchtlinge, etwa durch Ehrenamtliche, die Flüchtlingskindern Nachhilfe geben, gemeinsam mit Asylbewerbern Musik machen oder kochen und ihnen bei Behördengängen helfen. „Aber viele Flüchtlinge haben auch Angst, dass die Stimmung kippen könnte“, warnt Seemann-Katz. Axel Büssem

OZ

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